Hausen
SVP strebt mit zwei neuen Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat an

Zwei Sitze im Gemeinderat von Hausen sind vakant. Zwei Kandidaturen liegen vor. Beide Personen sind Vorstandsmitglied in der der Orts-SVP. Ohne Erfolg bei der Kandidatensuche blieben dagegen die FDP und der Verein Pro Dahlihaus.

Claudia Meier
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Sabine Rickli und Hermann Zweifel.

Sabine Rickli und Hermann Zweifel.

ZVG

Geht es nach den Plänen der SVP, wird die Ortspartei im Gemeinderat Hausen bald drei von fünf Sitzen innehaben. Bereits vertreten ist Vizepräsidentin Tonja Kaufmann. Für die Ersatzwahl von zwei Mitgliedern des Gemeinderats haben sich innerhalb der offiziellen Anmeldefrist SVP-Präsident Hermann Zweifel und Aktuarin Sabine Rickli als Kandidaten angemeldet. Schaffen sie beim ersten Wahlgang am 27. September das absolute Mehr, werden ab 2016 drei Viertel des SVP-Vorstands in der Exekutive mitarbeiten. Das wäre ein Novum, setzte sich die Behörde doch bisher meist aus Parteilosen zusammen. Auch Vizeammann Stefan Obrist und Gemeinderat Roger Zinniker, die per Ende Jahr aus dem Gremium zurücktreten werden, sind parteilos.

Selbstständiger und Neuzuzügerin

Was reizt die Kandidaten an der Mitarbeit im Gemeinderat? Was hat sie motiviert, sich aufstellen zu lassen? Welche Herausforderungen sehen sie in den nächsten Jahren auf die Gemeinde Hausen mit derzeit 3400 Einwohnern zukommen? Hermann Zweifel arbeitet seit 1997 als selbstständiger IT Projektleiter. Er ist ledig und hat keine Kinder. Der 47-jährige Parteipräsident weiss, dass es unter den aktuellen Voraussetzungen allgemein schwierig ist, gewillte und geeignete Kandidaten für den Gemeinderat zu finden. «Als Selbstständiger kann ich mich flexibel organisieren und dabei aktiv bei den politischen Themen in der Gemeinde mitwirken», sagt er zu seiner Motivation.

Sabine Rickli ist 54 Jahre alt und arbeitet als kaufmännische Angestellte in Zürich. Die SVP-Aktuarin ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. Sie will, dass ihr Dorf so lebenswert bleibt, wie es momentan ist. «Ich wohne seit gut fünf Jahren hier. Und finde es nun an der Zeit, aktiv am Dorfleben mitzuwirken.» Als Kandidatin weiss sie, dass die Ressortverteilung nicht nur Wunschkonzert ist. Für Rickli beinhaltet jedes Ressort interessante Aufgaben. Schliesslich gehe es um das Wohl der Gemeinde. «Meine bisherigen beruflichen und im Leben gemachten Erfahrungen kommen mir dabei in jedem Ressort zugute», sagt sie. Hermann Zweifel verfügt als langjähriger Projektleiter über Führungserfahrung. Und als Firmeninhaber sowie Geschäftsführer kenne er auch die Anforderungen und Bedürfnisse des lokalen Gewerbes, so Zweifel weiter. Der Kandidat ist daher überzeugt, in jedem Ressort einen konstruktiven Beitrag leisten zu können.

Besorgt um Verkehr und Finanzen

Für Hausen stelle der geplante Neubau der Doppelturnhalle ein grosses Projekt mit signifikanten finanziellen Herausforderungen dar, sagt Zweifel. «Es gilt, das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Auge zu behalten.» Neben den Finanzen liegen ihm zudem die Infrastruktur, die Sicherheit der Bevölkerung sowie eine saubere Umwelt am Herzen.

Für Rickli dürfen neben den Diskussionen um den Erhalt des Dahlihauses, den Neubau einer Doppelturnhalle und das verdichtete Bauen die Verkehrsführung im Ort sowie der Seebli-Knoten nicht vernachlässigt werden. Gerne würde sie getreu dem Leitbild für mehr «Miteinander» einstehen. Einige Ideen dazu habe sie bereits. Mit ihrer Wahl wären zwei Frauen im Gemeinderat vertreten. «Wir Frauen treten manchmal mit einer anderen Sichtweise an Themen oder Probleme heran», räumt die Politikerin ein.

Kleiner Seitenhieb von der FDP

Erfolglos auf Kandidatensuche machten sich die Orts-FDP, die dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, sowie der Verein Pro Dahlihaus. Die FDP stellt zwar derzeit zwei Mitglieder in der Finanzkommission Hausen. Mitglied Hans-Peter Widmer hält aber fest: «Die Kandidatensuche ist generell schwieriger geworden. Offensichtlich fällt es qualifizierten Personen zunehmend schwer, berufliche Herausforderungen, familiäre Verpflichtungen und öffentliches Engagement unter einen Hut zu bringen.»

Die FDP mache der SVP Hausen die Nominationen für die zwei frei werdenden Sitze nicht streitig. Einen kleinen Seitenhieb kann sich Widmer dennoch nicht verkneifen: «Weil die beiden Kandidierenden in der Gemeinde noch wenig bekannt sind, wäre zum Beispiel eine offizielle Vorstellung im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vonseiten der SVP – oder im Sinne eines breiteren Service public – wünschbar gewesen.»

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