Brugg
Suppe und Brot locken sogar Zürcher in den Brugger Pfarrsaal

In der Fastenzeit lädt die katholische Kirchgemeinde Brugg-Zentrum jeweils am Dienstag zum Suppenessen ein. Gelegenheit also auch, für Alleinstehende oder spontane Besucher – egal welcher Herkunft – gemeinsam zu essen und ins Gespräch zu kommen.

Claudia Meier
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Fastenzeit ist im Pfarrsaal des Kirchenzentrums St. Nikolaus Brugg Suppenzeit: Sozialarbeiterin Iris Bäriswyl schöpft Gemüsesuppe.

Fastenzeit ist im Pfarrsaal des Kirchenzentrums St. Nikolaus Brugg Suppenzeit: Sozialarbeiterin Iris Bäriswyl schöpft Gemüsesuppe.

Claudia Meier

Stadtrat Leo Geissmann hält mir die Türe zum Pfarrsaal unterhalb der katholischen Kirche St. Nikolaus in Brugg auf. Ein paar ältere Frauen am Tisch richten ihren Blick sofort zur Tür und strahlen. Die Begrüssung ist herzlich. Sozialarbeiterin Iris Bäriswyl rührt mit einer Kelle im Topf und schenkt Gemüsesuppe aus. Am Tisch herrscht eine familiäre Atmosphäre.

Das Mädchen neben mir lässt unmissverständlich durchblicken, dass es lieber Spaghetti anstatt Suppe essen würde. Kaum hat es ein paar Löffel voll Suppe probiert, schiebt es den halb vollen Teller über den Tisch seinem Vater zu und knabbert am Brotstück weiter. Die Gerstensuppe vor einer Woche habe ihm viel besser geschmeckt, sagt es. Als Getränk gibts Wasser – für Kinder Sirup.

Die ehrenamtlichen Frauen vom Wirteteam sind äusserst aufmerksam. Sie wollen sicher gehen, dass niemand den Saal hungrig verlassen muss. «Nehmen Sie noch einen zweiten Teller?», fragt Susanne Mazenauer am Tisch. Ein Mann nickt und schon ist der Teller unterwegs zum Suppentopf. Für ihn sei dieses gemeinschaftliche Suppenessen ein willkommener Anlass und lasse sich gut in seinen Arbeitsalltag integrieren, sagt er.

Es ist Fastenzeit. Diese Zeit vor Ostern sei ideal, um Themen zur Nord-Süd-Beziehung in den Fokus zu stellen, so wie das aktuell mit dem Motto «Nachhaltigkeit beim Jeanskauf» der Fall sei, sagt Sozialarbeiterin Iris Bäriswyl. Wie fair bei der Jeansproduktion mit den Menschen umgegangen wird, zeigen Jugendliche auf einer Infowand in der Kirche.

Bäriswyl ist es zu verdanken, dass dieses Jahr gleich viermal hintereinander am Dienstag über Mittag Suppe mit Brot serviert wird. Mit ihrer Idee ist sie bei Gemeindeleiter Simon Meier sofort auf offene Ohren gestossen. «Als Kirche sind wir dafür da, dass sich Menschen – egal welcher Herkunft – unkompliziert begegnen können», sagt Meier.

Kurz vor ein Uhr geht die Tür nochmals auf. Ein Mann und eine asiatische Frau betreten den Saal. Sie freuen sich über das Suppenzmittag. Beim Kaffee verraten sie mir dann, dass sie von Zürich gekommen seien und spontan beschlossen hätten hier zu essen. «Ich bin nicht wegen der Suppe gekommen», erzählt mir eine ältere Frau am Tisch nebenan.

«Wissen Sie, ich bin alleinstehend und geniesse es, mit anderen zusammen zu essen und zu plaudern.» Langsam herrscht Aufbruchstimmung. Die beiden Pfarreirat-Mitglieder Gabriela Spörri und Susanne Mazenauer, die ein rund zwölfköpfiges Wirteteam leiten, gönnen sich noch einen Kaffee, bevor es ans Aufräumen geht. Die freiwillige Kollekte geht an ein Fastenopfer-Projekt auf den Philippinen.

Suppe mit Brot gibt es nochmals am Dienstag, 1. April ab 12 Uhr im unteren Pfarrsaal, St. Nikolaus Brugg.

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