Brugg
"Süffiger Sound und knackige Grooves": Arbazar tauft das erste Album

Die Formation mischt – frisch und eigensinnig – eine Vielzahl musikalischer Einflüsse. Mit der Musik will sie Geschichten Erzählen.

Michael Hunziker
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Arbazar besteht aus (von links): Pascal Ammann, Miguel Ferreira, Petrin Töndury, Pascal Piller. Auf dem Bild fehlt Eduardo Bichili.

Arbazar besteht aus (von links): Pascal Ammann, Miguel Ferreira, Petrin Töndury, Pascal Piller. Auf dem Bild fehlt Eduardo Bichili.

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Diese Mischung ist unerhört einzigartig: Melodien aus unterschiedlichen Kulturen werden verbunden und neu interpretiert – frisch und eigensinnig. Arbazar nennt sich die Formation, die morgen Samstag am Konzert im Brugger Salzhaus das erste Album tauft.

Die Musik lasse sich am ehesten beschreiben als «Fusion-Folk», sagt Petrin Töndury, der die Oud spielt, die arabische Laute. Er spricht von einer Umarmung von orientalischen und abendländischen Musikrichtungen. Den Zuhörern verspricht er einen süffigen Sound mit knackigen Grooves. «Es ist eine neue Art, eine Geschichte zu erzählen.»

Volkstümliches im Mittelpunkt

Neben ihm besteht die Formation aus Pascal Ammann, Kontrabass; Pascal Piller, akustische Gitarre; Miguel Ferreira, portugiesische Gitarre sowie Eduardo Bichili, Perkussion. Kennen gelernt haben sich die Saiteninstrumentalisten zu Beginn ihres Musikstudiums in Zürich. Sie gründeten ein Gitarren-Quartett.

In einem mehrmonatigen Aufenthalt in Marokko begann sich Töndury intensiv mit der Oud und der arabischen Musik zu beschäftigen. Die Stilrichtung des Gitarrenensembles änderte sich, arabische Stücke wurden ins Repertoire aufgenommen. Dazu kam in der Folge eine Vielzahl weiterer Einflüsse, aus der Klezmer-Musik genauso wie aus der Schweizer Volksmusik.

Mitte des letzten Jahres gab sich die Formation den Namen Arbazar. «Im Mittelpunkt stehen volkstümliche Melodien», fasst Töndury zusammen. «Dabei gilt unsere Leidenschaft der Neuinterpretation von arabischem oder jiddischem bis hin zu schweizerischem Liedgut.»

An den Konzerten – unter anderem an der Badenfahrt – kam diese Mischung gut an. Die Reaktionen jedenfalls seien positiv gewesen, blickt Töndury zurück. Im Studio von David Bollinger in Schaffhausen hat Arbazar die erste CD eingespielt. Zusammengearbeitet haben die Musiker mit David Bollinger. «Mit ihm haben wir super Erfahrungen gemacht, als Tonmeister hat er das richtige Gespür für unsere Musik.»

An vier Tagen eingespielt

Aufgenommen wurde – kurz und konzentriert – während vier Tagen, die Editierarbeiten dauerten weitere vier Tage. Als Herausforderungen bei einer Produktion mit mehreren Saiteninstrumenten bezeichnet Töndury das perfekte Zusammenspiel sowie die nötige Transparenz, damit die einzelnen Stimmen am Schluss gut hörbar sind. Auch seien, da es sich um reine Instrumentalmusik handelt, abwechslungsreiche Arrangements gefragt gewesen.

Das Album, lautete das Ziel, soll nicht nach einer sterilen Studioproduktion klingen. Vielmehr soll die Energie, die Spielfreude der Instrumentalisten zu spüren sein. «Mit dem Resultat», sagt Töndury, «sind wir sehr zufrieden.»

Zusammen mit seinen Bandkollegen freut er sich nun, das Werk vorstellen und die – innovative – Musik an «möglichst vielen» Konzerten unter die Leute bringen zu können. Als ein Höhepunkt hofft Arbazar diesen Herbst am Folk’n’Fusion-Festival im deutschen Hildesheim auftreten zu dürfen. Daneben soll das Repertoire Schritt für Schritt weiterentwickelt und mit neuen, eigenen Stücken ergänzt werden.

Plattentaufe im Salzhaus Brugg am Samstag, 3. März; Türöffnung 19.30 Uhr, Konzertbeginn 20.30 Uhr.