Zum 15-jährigen Bestehen hauen sie noch einmal so richtig auf die Pauke, die Kumetbach Sürpfler aus Villigen – bevor sie sich dann in den Ruhestand verabschieden. Diesen Samstag findet ihr letzter Sürpfler-Ball statt in der Mehrzweckanlage Erbslet, passend unter dem Motto «Völlig Aufgelöst».

Erwartet werden Top-Guggen, verspricht «Sürpfler» Christoph Scheuner. Insgesamt zehn sind es an der Zahl. Mit den «Hornfäägern» aus Leuggern sowie den «Seifesüdern» aus Leibstadt sind zwei Formationen darunter, die schon beim allerersten Sürpfler-Ball aufspielten. «Zudem werden wir während unseres Auftritts ein Konfetti-Feuerwerk zünden – ein absolutes Novum», fügt Scheuner an, «und das alles ohne Eintritt.» In den Bau und die Bemalung der Deko seien schon viele Stunden investiert worden. Wieder werde es ein tolles, handgemaltes Bühnenbild geben.

Die heimelige Atmosphäre, insbesondere in der Lutzstube, lädt zum Verweilen ein. An der Shotbar können die Fasnächtler das ausgetrunkene Glas auf eine Zielscheibe werfen und mit etwas Glück einen weiteren Shot gewinnen. Kurz: «Wir hoffen, dass wir an die Jahre zuvor anknüpfen können und ein friedliches und freudiges Fest feiern dürfen», fasst Scheuner zusammen. «Wir freuen uns auf jeden Gast.»

Jedes Wochenende unterwegs

Nach dem Sürpfler-Ball geht es für die Guggenmusik nahtlos weiter in ihrem Abschlussjahr, von Mitte Januar bis Ende Februar ist sie jedes Wochenende irgendwo am Musizieren und Feiern. Oft sind die «Sürpfler» in Region anzutreffen, zu sehen und zu hören sein werden sie am Städtlifägair in Klingnau genauso wie am Fasnachtsumzug in Laufenburg.

Ende Jahr wird sich der Verein dann offiziell auflösen. Als Grund nennt Scheuner den Nachwuchsmangel, mit dem die Kumetbach Sürpfler zu kämpfen haben. «In den letzten Jahren ist es uns trotz diversen Bemühungen nicht gelungen, genügend Neumitglieder zu akquirieren», erklärt Scheuner. Daher sei entschieden worden, einen sauberen Schlussstrich zu ziehen. Eine Handvoll Mitglieder hätte zwar gerne weitergemacht, «aber wir sind heute schon an einer kritischen Grenze, um zusammen Musik machen zu können.»

Loszulassen sei wie so oft nicht einfach, räumt Scheuner ein, vor allem, da die meisten Mitglieder schon sehr lange dabei sind. Gut zwei Drittel sind zehn Jahre und länger aktiv, vier aktuelle Mitglieder waren schon im Gründungsjahr 2003 mit von der Partie. «Das zeigt aber ebenfalls, dass sich das Durchschnittsalter verändert hat und damit auch die Prioritäten.»

Die Stimmung, sagt Scheuner auf die entsprechende Frage, sei auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden von derjenigen in den vergangenen Saisons. Schaue man aber genauer hin, sei schon eine Mischung auszumachen aus Freude sowie Wehmut.

Einst warens 40 Mitglieder

Angesprochen auf die Höhepunkte in den letzten 15 Jahren nennt Scheuner das Gründungsjahr und den Aufschwung danach. «Innerhalb von fünf Jahren sind wir damals auf rund 40 Mitglieder angewachsen.» Ebenfalls erwähnt er die Guggengrümpi, an denen jeweils ein XXL-Töggelikasten aufgestellt wurde, die Fernsehübertragung im Rahmen des Umzugs im österreichischen Feldkirch oder das 10-jährige Bestehen, als ein Umdenken stattfand. «Wir haben mehr und mehr Gewicht auf die Qualität unseres Sounds gelegt. So hatten wir auch immer mehr Freude am Musizieren.»

In Erinnerung bleiben werden überdies die Hochzeiten von Aktivmitgliedern oder die Chlaushöcks, an denen der Samichlaus jeweils über jedes Mitglied ein paar Zeilen zum Besten gab und die Anwesenden ihrerseits ein mehr oder weniger langes, selbstgedichtetes Versli vortrugen.

Daneben erwähnt Scheuner unter anderem – «in 15 Jahren kommt eine Menge zusammen» – die Probeweekends und Sommerproben, die Teilnahme an der Badener Fasnacht, das Zusammensitzen nach der Fasnachtssaison, die Guggenreisen samt Baseball, Buure-Olympiade, Raclette auf Melchschemeli und Fahnenschwingen oder die Auftritte mitten in Skigebieten – insbesondere gleich vor der Haustüre auf dem Rotberg. Der Skilift Rotberg hat übrigens die Erlöse erhalten aus dem Fasnachtsapéro, die sich auf über 1300 Franken belaufen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schauen die «Sürpfler» nun erwartungsvoll ihrem Abschlussjahr entgegen und wünschen sich, zusammen zu feiern und sich bedanken zu können bei ihren Freunden und Unterstützern, die ihnen stets tatkräftig zur Seite gestanden haben. Ohne diese, wissen sie, wären sie nie so weit gekommen.

Sürpfler-Ball unter dem Motto «Völlig Aufgelöst» am Samstag, 20. Januar, 20 Uhr, in der Mehrzweckanlage Erbslet in Villigen; Eintritt gratis; ab 16 Jahren.