Die Aargauer Sektionen der drei Umweltverbände WWF Schweiz, Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) sowie Birdlife sprechen sich noch immer dezidiert gegen die Südwestumfahrung Brugg aus. Aber «trotz gewichtiger ökologischer Mängel» des Projekts wollen sie sich nicht an das Verwaltungsgericht wenden, halten sie in einer Medienmitteilung fest. Denn die Chancen, dass die Beschwerde gutgeheissen wird, stufen die Umweltverbände als klein ein, «sodass der finanzielle Aufwand von mehreren Zehntausend Franken in diesem Fall ein zu grosses Risiko darstellen würde».

Gefordert wird aber eine Sistierung des Vorhabens, bis über die Nordumfahrung Windisch sowie über die Ostaargauer Strassenentwicklung (Oase) entschieden ist. Mit letzterer verfolgt der Kanton das Ziel, die Zentren Brugg und Baden vom Verkehr zu entlasten sowie das untere Aaretal besser an die Autobahn anzubinden.

27 Einsprachen

Die Südwestumfahrung Brugg ist ein Bestandteil des Konzepts. Nach der mehrjährigen Planungsphase und einer Urnenabstimmung lag das Bauprojekt bis Ende 2014 öffentlich auf. Insgesamt gingen 27 Einsprachen ein. Ende Oktober dieses Jahres hat der Regierungsrat sämtliche noch offenen Einwendungen abgewiesen.

Mit der Südwestumfahrung Brugg sollen die Fahrzeuge vom westlichen Aaretal direkt zum Autobahnanschluss respektive ins Birrfeld geführt werden. Die Umweltverbände erachten die für den Bau notwendige Waldrodung von drei Hektaren als «unverhältnismässig angesichts der nicht relevanten Verkehrsentlastung durch die Umfahrungsstrasse». Mit einer ökologischeren Linienführung, sind sie überzeugt, könnte auf einen grossen Teil der Rodung verzichtet werden.

Hoffen auf Vernunft

WWF, VCS und Birdlife hoffen «auf die Vernunft des Kantons», mit dem Bau der Südwestumfahrung zuzuwarten, bis über den Rest des Strassenpakets entschieden ist. «Nur so kann vermieden werden, 50 Millionen Franken für eine Strasse auszugeben, die nicht mehr Verkehr als eine Quartierstrasse bewältigen wird.»

Die Umweltverbände wollen Strassenbau- und andere Grossprojekte auch künftig «genau prüfen und erneut Einwendung machen, wenn diese zu unverhältnismässigen Waldrodungen oder anderen erheblichen Naturzerstörungen führen».