Bözberg
Studenten-Projekt soll Dorfladen mehr Aufmerksamkeit bescheren

Mit dem Projekt «Bözberger Lade» zeigen Studierende der Hochschule für Wirtschaft der FHNW Wege zur Sicherung der Zukunft der Ladengenossenschaft und damit des Ladens auf.

Louis Probst
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Der Dorfladen in Bözberg: Hat er vielleicht bald länger geöffnet oder findet man bald noch mehr regionale Produkte? Studenten arbeiten dafür ein Konzept aus (Archiv).

Der Dorfladen in Bözberg: Hat er vielleicht bald länger geöffnet oder findet man bald noch mehr regionale Produkte? Studenten arbeiten dafür ein Konzept aus (Archiv).

Chris Iseli

Dass ein Studierendenprojekt unter Begleitung einer Blasmusik – mit Pauken und Trompeten sozusagen – vorgestellt wird, dürfte auch für die Hochschule für Wirtschaft der FHNW nicht die Regel sein. Aber schliesslich geht es beim Projekt «Bözberger Lade» der Studierenden Olivia Brunner, Stefan Frey, Mario Häfliger, Dennis Wiesner und Joelle Zimmermann, das unter Mitwirkung der Musikgesellschaft Bözberg präsentiert wurde, auch darum, mehr Aufmerksamkeit für den Dorfladen zu erzielen. Das wurde zweifellos erreicht. Projektleiterin Olivia Brunner konnte viel Publikum in der Turnhalle Oberbözberg willkommen heissen.

«Bei unserem Projekt haben wir uns erstmals mit einem realen Unternehmen auseinandergesetzt», stellte Mario Häfliger fest. Dieses Unternehmen, der Bözberger Laden (ein Denner-Satellit), hinter dem die Ladengenossenschaft Bözberg mit ihren 140 Mitgliedern steht, bietet auf einer Fläche von 150 Quadratmetern zwischen 2000 und 2500 Produkte an. Der Laden schrieb zwar im Geschäftsjahr 2012/2013 schwarze Zahlen. «Ausgangslage für das Projekt», so Mario Häfliger, «waren aber Umsatzeinbussen sowie tiefe Margen und fehlende Gewinne.»

«Laden nicht wegzudenken»

Ein wichtiger Teil des Projektes besteht aus einer Umfrage, zu der alle 704 Haushaltungen der Gemeinde eingeladen wurden. Das Ergebnis zeigt nicht nur, dass von den 229 Teilnehmenden 200 Kunden des Dorfladens sind, sondern dass 44 Prozent die Ansicht vertreten, dass der «Dorfladen nicht wegzudenken» sei. Positiv bewertet werden auch das Sortiment und die breite Palette regionaler Produkte.

32 Prozent wünschen sich aber zusätzliche Produkte. Sehr zufrieden respektive immerhin zufrieden zeigen sich 83 Prozent mit den Öffnungszeiten. Die Umfrage macht aber auch deutlich, dass die Öffnungszeiten bei jenen 12 Prozent der Befragten, die nicht im Dorfladen einkaufen, eine wichtige Rolle spielen.

Aus den Ergebnissen der Umfrage, den Gesprächen mit der Verkaufsleitung von Denner und den Mitarbeiterinnen sowie dem Vergleich mit anderen Denner-Satelliten wird im Projekt ein Massnahmenkatalog formuliert. Die Stossrichtungen für den Dorfladen sehen die Studierenden in der Stärkung des Images des Ladens, aber auch beim Produktesortiment. So sollten noch mehr regionale Produkte angeboten werden.

Empfohlen werden zudem die Optimierung der Warenbewirtschaftung und die Förderung der Kundenbindung. Die Öffnungszeiten sind auch ein Thema. «Wir schlagen vor, auszuprobieren, ob der Laden abends länger offengehalten werden kann», sagte Stefan Frey. «Was sich aber auf der anderen Seite auf die Personalkosten auswirkt. Wir sind überzeugt, dass der Dorfladen noch lange bestehen bleibt.»

Dieser Meinung ist auch Hansruedi Frei, der als Präsident der Ladengenossenschaft und Musikant bei der Präsentation des Projektes eine Doppelrolle innehatte. Immerhin konnte er sogar feststellen: «Es gibt Leute, die in den Laden kommen, seit wir auf dem Bözberg eine Gemeinde sind.»