«Für uns war von Anfang an klar, dass das Projekt grosses Potenzial hat. Es ist offen, vielfältig und vielschichtig», sagt Stephanie Rustemovski. Sie studiert zusammen mit Remo Hofmann und Merve Selvi Soziale Arbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW).

Die drei haben zusammen das Projekt «Eine Sozialdienstanalyse der Gemeinde Mülligen» im letzten Semester verfasst. Kürzlich haben die Studierenden ihre Ergebnisse an der Fachhochschule in Olten präsentiert.

«Neben den vielen Chancen und Lerneffekten, die wir durch das Projekt erlebt haben, war es auch herausfordernd», sagt Remo Hofmann. Die erste Herausforderung für die drei Studierenden war, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Mülligen den Rahmen des Projekts klar abzustecken.

«Wir haben das Projekt an der Fachhochschule ausgeschrieben, weil wir einen Überblick über das Soziale und dessen Vernetzung rund um die Verwaltung haben wollten», sagt Roland Riedweg, Vizeammann der Gemeinde Müllligen und zuständig für Soziales. Die Zusammenarbeit mit den Studierenden sei sehr gut gewesen und habe seine Erwartungen übertroffen, sagt der Vizeammann.

Soziale Akteure und Steckbriefe

Die Gemeinde Mülligen, die das Projekt in Auftrag gegeben hat, formulierte die Ziele umfangreich. «Wir sind drei Studierende und haben ein Semester Zeit. Darum haben wir uns darauf geeinigt, dass wir uns auf die Sozialen Akteure der Gemeinde konzentrieren», erklärt Remo Hofmann. Unter Sozialem Akteur verstehen die Studierenden soziale Dienstleistungen, die für die in der Gemeinde wohnhaften Personen erbracht werden.

Die Gemeinde hat die Studiengruppe beauftragt, zwölf solcher Akteure zu analysieren. Dazu gehören etwa Tagesstrukturen, die Spitex oder das kantonale Amt für Migration und Integration. «In Absprache mit der Gemeinde haben wir einen Schwerpunkt auf die Jugendarbeit, die Schulsozialarbeit und die Sozialhilfe gelegt», sagt Merve Selvi.

Die Studierenden haben zu jedem untersuchten Sozialen Akteur einen Steckbrief verfasst und zu den vertieft untersuchten Akteuren noch weiteres Material geliefert. So haben sie etwa ein Konzept einer funktionierenden und kooperativen Jugendarbeit mitgeliefert.

Das Ziel des Projekts war es, den Ist-Zustand des Sozialdiensts der Gemeinde zu erfassen. Die Studierenden haben aufgearbeitet, welche Leistungen direkt oder indirekt durch welchen Akteur erbracht werden und in welchen Bereichen die Gemeinde Mülligen mit anderen Gemeinden kooperiert.

Keine finanzielle Analyse

Die Studierenden interessierten sich auch für die finanzielle Seite des Sozialdienstes: «Wir haben da, wo es möglich war, die Kosten erfasst, aber nicht analysiert», erklärt Remo Hofmann. Der Fokus des Projekts lag klar auf sozialen Aspekten. «Aus der Analyse geht hervor, dass Mülligen im sozialen Bereich gut aufgestellt ist.

Wir müssen aber die finanzielle Seite gut im Auge behalten», sagt der Vizeammann. Die Gemeinde wird das Resultat des Projekts als Nachschlagewerk und Sozialkonzept verwenden. «Durch das Projekt hat die Gemeinde Mülligen nun alle Sozialen Akteure transparent an einem Ort versammelt», erklärt Merve Selvi. Zudem sei nun auch bisher nicht dokumentiertes, gemeindeinternes Wissen verfügbar. Das solle auch neuen Personen in der Verwaltung und in den Behörden helfen, fügt Remo Hofmann an.

Erste Schritte vorbereitet

«Wir haben seit dem 1. Februar eine neue Gemeindeschreiberin und dieser Wechsel war einer der Gründe, warum wir dieses Projekt in diesem Rahmen ausgeschrieben haben», erklärt Roland Riedweg. Er hat zusammen mit dem ehemaligen Gemeindeschreiber, Hans Peter Meier, das Projekt von Gemeindeseite aus betreut, um möglichst viel vorhandenes Wissen weiterzugeben.

«Gleichzeitig könnten die gewonnenen Erkenntnisse für mögliche Prozessoptimierungen oder zur Kostenreduktion für die Gemeinde Mülligen in einem späteren Projekt verwendet werden», sagt Stephanie Rustemovski.

Die Studierenden haben keine konkreten Empfehlungen formuliert, sondern übergeben die Resultate ihres Projekts nun der Gemeinde. «Hier beginnt meine Arbeit und diejenige meiner Nachfolger. Durch den Überblick, den wir durch das Projekt gewonnen haben, können wir jetzt Schritt für Schritt die Sozialdienste überprüfen. Ich habe schon erste Schritte in die Wege geleitet», erklärt Roland Riedweg.