Die kalten Wintertage sind langsam aber sicher gezählt und die frühlingshaften Temperaturen halten Einzug. Die Heizungen können wieder zurückgestellt werden und die Lampen brennen seltener, damit reduzieren sich auch die Stromkosten. Diese sind aber längst nicht überall gleich. Die az Brugg hat die Kosten im Bezirk am durchschnittlichen Verbrauch einer Zwei- und einer Fünfzimmerwohnung verglichen.

Mit der IBB Energie AG und der AEW Energie AG hat der Bezirk zwei grosse Anbieter, die rund zwei Drittel aller Gemeinden in Brugg mit Strom versorgen. Viele Gemeinden haben aber noch immer eigene Anbieter, wodurch die Preise auseinandergehen.

Den tiefsten Strompreis im Bezirk Brugg hat Villigen. Die dortigen Preise sind auch im kantonalen Vergleich auf niedrigem Niveau. Markus Vogt, Gemeindeschreiber von Villigen, erklärt dies folgendermassen: «Dank stabilen Energiebeschaffungspreisen durch einen Mehrjahresvertrag und einer konsequenten Kostenkontrolle können die gestiegenen Kosten bei den gesetzlichen Abgaben teils kompensiert werden. Der Margenzuschlag auf der Energie wird gezielt und willentlich tief gehalten.»

Teurer Strom in Mandach

Die höchsten Stromkosten im Bezirk hat Mandach. Dort ist die Elekrta Mettauertal und Umgebung (EMU) für die Versorgung zuständig. Martin Hitz, Gemeindeschreiber von Mandach begründet den hohen Strompreis damit, dass sie die einzigen im Bezirk seien, die diesen Anbieter haben. Die Elektra Mettauertal mache die Preise. Einen Wechsel des Anbieters stehe nicht zur Debatte, weil dies viel zu komplex wäre, ausserdem fügt Hitz an: «Wir werden schon sehr lange von der EMU versorgt und sind sehr zufrieden mit den Dienstleistungen.»

Einen Wechsel des Stromanbieters wäre aber nicht unmöglich. Eine Gemeinde, die vor vier Jahren einen solchen Wechsel vollzogen hat, ist Elfingen. Grund dafür war der Mangel an fachkundigen Mitarbeitern. Ausserdem konnte man den steigenden Anforderungen an die Electra nicht mehr gerecht werden. Deshalb wurde die IBB damals für 1,442 Millionen Franken neue Besitzerin der Electra Elfingen.

Strom ist günstiger geworden

Durch die IBB Energie AG seien die Bevölkerung und die Verwaltung bestens bedient, und auch der Strom sei leicht günstiger geworden, teilt Markus Schlatter, Gemeindeschreiber von Elfingen mit. Eine weitere Gemeinde, die auffällt, ist Rüfenach. Das 890-Seelen-Dorf wird von zwei verschiedenen Anbietern versorgt. Dies aufgrund der verschiedenen Ortsteile. Der Ortsteil Vorderrein, der näher bei Brugg liegt, wurde an die IBB angeschlossen. Die Ortsteile Rüfenach und Hinterrein gehören zur AEW. Tamira Leber, Leiterin der Einwohnerkontrolle sagt, dass es auch kein Thema sei, dies zu ändern.

Viele Gemeinden halten an ihren eigenen Elektras fest. So zum Beispiel auch Windisch. 2008 haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den Verkauf des Elektrizitätswerks Windisch an der Urne klar abgelehnt. Dadurch konnten auch die Strompreise auf tiefem Niveau gehalten werden. Zudem habe eine eigene Elektra laut Betriebsleiter Ueli Bettler einen weiteren Vorteil: «Das Elektrizitätswerk Windisch gehört der Einwohnergemeinde und leistet somit einen finanziellen Beitrag zum Gemeindebudget.»

Elektra behalten, Arbeit abgeben

In Bözen hat man sich nochmals für eine andere Variante entschieden. Zwar hält die Gemeinde weiterhin an der Elektra Bözen fest, hat aber den Betrieb und den Unterhalt an die IBB abgegeben. Gemeinderat Roger Frey begründet dies damit, dass einerseits die Anforderungen an den Betrieb und Unterhalt des Stromnetzes gestiegen seien und anderseits das Personal im Dorf fehle, um diese Aufgabe zu übernehmen. Zu einem allfälligen Verkauf der Elektra, sagt Frey: «Denkbar wäre es, jedoch steht für mich die zukünftige Strompreissicherheit für die Einwohner im Vordergrund.»