Brugg
Strom und Wärme kommen aus dem Schulhauskeller

Strahlender Sonnenschein: Heizen ist derzeit kein Thema. Sobald die Temperaturen aber sinken, nimmt das nigelnagelneue Blockheizkraftwerk im Untergeschoss im Brugger Schulhaus Hallwyler den Betrieb auf.

Michael Hunziker
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Im Untergeschoss des Schulhauses Hallwyler: IBB-Chef Eugen Pfiffner freut sich über das nigelnagelneue Herzstück des Wärmeverbunds. mhu

Im Untergeschoss des Schulhauses Hallwyler: IBB-Chef Eugen Pfiffner freut sich über das nigelnagelneue Herzstück des Wärmeverbunds. mhu

Michael Hunziker

Die neue Anlage produziert neben Wärme auch Strom. Mit diesem kann der eigene Bedarf weitgehend gedeckt werden. Der überschüssige Strom wird ins Netz zurückgespiesen.

Für den Betrieb hat die Stadt Brugg einen Contracting-Vertrag mit der IBB Erdgas AG abgeschlossen. IBB-Chef Eugen Pfiffner freute sich an der Medienorientierung am Montag über die Fertigstellung des Blockheizkraftwerks, darüber, dass das Projekt – «eine tolle Aufgabe» – zusammen mit der Stadt realisiert werden konnte. Die grosse Herausforderung sei gewesen, Bestehendes und Neues sinnvoll miteinander zu verbinden.

Laut Stadtrat Christoph Brun entspricht die Anlage voll und ganz dem Brugger Leitbild «Energieeffizienz und Klimaschutz». Die Ziele der Stadt seien es, den Energieverbrauch zu reduzieren, die Energieeffizienz zu steigern und sorgfältig mit den Ressourcen umzugehen. Mit Blick auf den Wärmeverbund Hallwyler und – als Herzstück – auf das Blockheizkraftwerk, sprach Brun von einer Win-Win-Situation für Stadt und IBB.

Der Stadtrat erinnerte überdies daran, dass die Stromtarife – und damit die Rückspeisevergütungen – derzeit niedrig sind. Steigen aber die Preise, wird die Stromproduktion mit dem Blockheizkraftwerk attraktiver, die wirtschaftliche Situation der Anlage wird sich verbessern.

Erzeugt werde der Strom, sobald Wärme bezogen werde, erklärten die Projektleiter Stefan Fehlmann von der IBB Erdgas AG und Thomas Péronnet von der Abteilung Planung und Bau der Stadt Brugg. Als Ergänzung für die Spitzenleistung, beispielsweise in einem kalten Winter, kommt ein Gaskessel zum Einsatz.

Die Projektleiter machten ebenfalls darauf aufmerksam, dass beim Wärmeverbund gleichzeitig mit der Wärmeerzeugung die Steuerung und die Unterstationen erneuert worden sind – mit Ausnahme derjenigen im Schulhaus Stapfer. Denn diese Liegenschaft, so der Plan, soll saniert und erweitert werden.

Alles in allem äusserten sich die Fehlmann und Péronnet lobend zur unproblematischen und unkomplizierten Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten. Diesen Ausführungen schloss sich Stadtammann Daniel Moser an. Er ergänzte, dass die beiden Partner IBB und Stadt schon mehrere gemeinsame Projekte erfolgreich umgesetzt hätten.

Der Wärmeverbund Hallwyler liefert Wärme – über ein Verteilnetz und Unterstationen – an elf Stadt- beziehungsweise Schulliegenschaften. Die Heizzentrale befindet sich im zweiten Untergeschoss des Schulhauses Hallwyler. Das frühere, mit Erdgas betriebene Blockheizkraftwerk wurde 2006 ausser Betrieb genommen, seither wurde die Wärme mit einem Heizkessel und mehrheitlich mit Gas erzeugt.

Im Januar dieses Jahres genehmigte der Einwohnerrat den jährlich wiederkehrenden Kredit von 104 760 Franken als Grundpreis für den Ersatz des Blockheizkraftwerks gemäss ContractingVertrag sowie einen Kredit von 300 000 Franken für die Sanierung der
Unterstationen. «Steigende Unterhaltskosten und die dauernde Unsicherheit bei der Betriebsbereitschaft erfordern den Ersatz der Anlage», hielt der Stadtrat in seinem Bericht fest.

Für die IBB Erdgas AG steht fest: «Dezentrale Blockheizkraftwerke können einen beachtlichen Beitrag an die Strom- und Wärmeversorgung in der Schweiz leisten.» Im Vergleich zu zentralen Gas-Kombikraftwerken haben sie laut IBB eine «bedeutend» bessere CO2-Bilanz und helfen, das örtliche Stromnetz zu entlasten.

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