Windisch
Strom und Wärme aus dem eigenen Kraftwerk

Gleich zwei neue Blockheizkraftwerke (BHKW) wurden diese Woche in Privathaushalten in Windisch installiert. Speziell an den Kraftwerken ist, dass sie Wärme und Strom vor Ort produzieren.

Barbara Scherer
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Die Handwerker besprechen den Plan für den Wärmespeicher des Blockheizkraftwerkes im Keller einer Privatperson.

Die Handwerker besprechen den Plan für den Wärmespeicher des Blockheizkraftwerkes im Keller einer Privatperson.

Barbara Scherer

Mit den zwei neuen Blockheizkraftwerken sind es nun drei in der Region Windisch. Es handelt sich dabei um kleine Wärme-Kraft-Kopplung Module für Einzel- und Mehrfamilienhäuser. Der Strom und die Wärme werden vor Ort für den Eigenbedarf produziert. Angetrieben werden die Blockheizkraftwerke mit Gas. «Es lohnt sich grundsätzlich in jedem Haus ein Blockheizkraftwerk zu installieren, indem ein grösserer Wärmeverbrauch herrscht», sagt Heini Glauser, Energie-Ingenieur aus Windisch. Ein BHKW hat wie jede Heizung eine Lebensdauer von rund 15 Jahren. Das Problem sei der Preis, denn ein kleines BHKW kostet rund 60000 Franken.

Blockheizkraftwerke können bis zu 90 Prozent des zugeführten Gases verwerten. Davon wird ein Drittel zu Strom verarbeitet und mit zwei Dritteln wird Wärme produziert. Normalerweise produzieren Heizungen nur Wärme und Stromerzeuger können die Abwärme, die sie produzieren, nicht nutzen.

Mieten statt kaufen

Der von einem BHKW erzeugte Strom wird ins Stromnetz eingespeist. «Denn es wird vier- bis fünfmal so viel Strom erzeugt, wie ein Einfamilienhaus eigentlich braucht», erklärt Glauser. Der Besitzer des BHKW erhält dafür eine minimale Entschädigung. Glauser sieht die Zukunft der BHKW darin, dass sie nicht von Privatpersonen gekauft werden müssen, sondern von den Elektrizitätswerken in einer Art Leasing-Vertrag angeboten werden. Somit könnten die Elektrizitätswerke bestimmen, wann ein BHKW in Betrieb ist und würden einem Grundeigentümer wirtschaftliche Vorteile verschaffen. «Wird zur Mittagszeit mehr Strom in der Gemeinde gebraucht, würden die Blockheizkraftwerke eingeschaltet und Strom ins Netz geben», erklärt Glauser die Idee.

IBB startet Pilotprojekt in Brugg

Diese Idee wurde auch bereits von der IBB, den industriellen Betrieben in Brugg, aufgenommen. Die Idee von Glauser wird als Contracting verstanden. «Leider gibt es noch keine gesetzliche Basis, die diese Anlagen fördert. In Deutschland geschieht das bereits», sagt Margot Keist, Marketingleiterin der IBB. Der wirtschaftliche Betrieb kleiner Anlagen sei deshalb schwierig. Allerdings ist nächsten Herbst im Amtshaus Brugg ein Pilotprojekt geplant.

Ebenfalls könnten mehr Blockheizkraftwerke helfen, den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Von einem modernen Gaskraftwerk werden rund 330 Gramm CO2 pro Kilowattstunde produziert. Ein Blockheizkraftwerk hingegen produziert nur 220 Gramm CO2 pro Kilowattstunde.

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