Habsburg

Streit um Stall: Geissen-Halter nimmt für Beschwerde gegen Kanton hohe Kosten in Kauf

Habsburg: Streit um Ziegenstall (Mai 2016)

Habsburg: Streit um Ziegenstall (Mai 2016)

Ein Geissenunterstand auf Rädern Habsburg muss nach acht Jahren plötzlich weg. Der Besitzer versteht die Welt nicht mehr.

Sein Ziegenstall auf Rädern ist dem Kanton ein Dorn im Auge – und er soll weichen. Doch Hans Huber wehrt sich dagegen. Er will sich mit Justin und Chief nicht einen neuen Platz suchen müssen.

«Ich habe Beschwerde beim Regierungsrat eingereicht», sagt Hans Huber. Er ist entschlossen, weiterhin für seine beiden Geissen Justin und Chief zu kämpfen.

Der Habsburger baute 2008 einen Stall auf Rädern für die beiden Geissen. An diesem störte sich lange niemand. Bis laut Huber im vergangenen Mai ein Vertreter des Kantons Aargau auf den Stall aufmerksam wurde.

Zu bemängeln gab es damals, dass der selbst gebaute Stall in der Landwirtschaftszone, die an das Grundstück der Hubers grenzt, und nicht in der Bauzone steht. In der Landwirtschaftszone dürfen jedoch nur Ställe gebaut werden, die für kommerzielle Tierhaltung genutzt werden.

Aus diesem Grund forderte der Kanton, dass der vier Quadratmeter grosse Stall bis Ende August vergangenen Jahres wegmuss. Auch die Nachbarn seien empört über die Sturheit des Kantons. «Das ist völlig unverständlich. Niemand sieht den Stall oder stört sich daran», sagte etwa eine Nachbarin.

Das Baugesuch wurde abgelehnt

Da es Huber aus Platzgründen nicht möglich ist, den Stall in die Bauzone zu verschieben, blieb ihm einzig die Möglichkeit, ein Baugesuch einzureichen. Grosse Hoffnung setzte Huber zudem in den Solothurner Ständerat Pirmin Bischof (CVP). Dieser wollte mit seiner im März 2015 eingereichten Motion bewirken, dass Leute wie Hans Huber Kleintiere hobbymässig auch in der Landwirtschaftszone halten dürfen.

Das ernüchternde Ergebnis: Hans Hubers Baugesuch wurde abgelehnt. Auch die von Ständerat Pirmin Bischof eingereichte Motion scheiterte. Der Bundesrat beantragte 2015 die Ablehnung der Motion, die im September dieses Jahres schliesslich zurückgezogen wurde. «Am 21. November erhielt ich nun die Forderung der Gemeinde, dass mein Geissenstall bis Ende Februar abgerissen werden muss», sagt der Habsburger.

Daraufhin habe er vergangenen Monat Beschwerde beim Regierungsrat eingereicht. «Die Problematik soll auf Bundesebene neu aufgerollt werden», begründet Huber sein Vorgehen. Vor einigen Tagen habe er eine Rechnung der Staatskanzlei in der Höhe von 1500 Franken erhalten.

Diese soll bis zum 6. Januar beglichen werden, damit seine Beschwerde bearbeitet wird. «Ich habe mich dafür entschieden, den Betrag zu zahlen, und bin gespannt, wie es weitergeht», sagt der Habsburger. (TiH)

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