Brugg
Streit um Asylunterkunft «Jägerstübli» in Brugg beigelegt

Bei der Asylunterkunft im ehemaligen Restaurant Jägerstübli setzen der Stadtrat Brugg sowie der Kanton auf Koordination und Kommunikation. Die Hoffnung ist gross, dass Ruhe und Ordnung herrschen wird.

Michael Hunziker
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Die Autos auf dem Areal rund ums «Jägerstübli» werden wegkommen: Ab Juni ziehen Asylsuchende – 20 bis 25 Männer – im ehemaligen Restaurant ein.

Die Autos auf dem Areal rund ums «Jägerstübli» werden wegkommen: Ab Juni ziehen Asylsuchende – 20 bis 25 Männer – im ehemaligen Restaurant ein.

Chris Iseli

Bis vor Bundesgericht hat sich der Stadtrat Brugg gewehrt. Vergebens. Aus dem ehemaligen Restaurant Jägerstübli wird eine Asylunterkunft. In den kommenden Wochen wird die Liegenschaft an der Zurzacherstrasse umgebaut und renoviert. Ab Juni werden 20 bis 25 Männer einziehen.

Nach erfolgloser juristischer Auseinandersetzung werden die Pläne des Kantons akzeptiert, stellt der Brugger Stadtrat Reto Wettstein fest. Bedauert werde zwar grundsätzlich die Tatsache, dass es nach wie vor zu wenig Plätze für Asylsuchende gebe, sodass der Kanton die Liegenschaft für eine kantonale Asylunterkunft anzumieten brauche. Aber: «Aufgrund der guten Erfahrungen mit den anderen vom Kanton betriebenen Asylunterkünften im Wildischachen und an der Unterwerkstrasse in Windisch hoffen wir, dass auch beim ‹Jägerstübli› Ruhe und Ordnung herrschen wird», führt Wettstein aus. Da es sich bei den Männern nicht um Ausreisepflichtige – und damit um Personen ohne Zukunft – handle, geht der Stadtrat davon aus, dass die Asylsuchenden mit den Behörden kooperieren werden.

Wichtig ist laut Wettstein die Kommunikation mit den Anwohnerinnen und Anwohnern – in der Form einer Vorankündigung per Flugblatt, einer Infoveranstaltung vor dem Bezug sowie der Angabe von Kontaktpersonen bei Problemen. Ebenfalls müsse ein Augenmerk gerichtet werden auf die Kontrolle durch den Kanton mit Patrouillen oder aber Stichproben der Polizei. Vom Kanton erwartet der Stadtrat weiterhin eine konstruktive Koordination, «dass wir somit keine Überraschungen erwarten müssen und die Unterkunft straff geführt wird». Mit den vorgesehenen Instandstellungsarbeiten, fügt Wettstein an, sollen auch die Auflagen der Baubewilligung erfüllt werden.

Es gab vereinzelte Reaktionen

Für das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) sei es das oberste Ziel, im früheren «Jägerstübli» eine Asylunterkunft zu betreiben, die in sich funktioniere und gleichzeitig gut ins Quartier integriert sei, versichert DGS-Kommunikationschef Balz Bruder. «In der und um die Unterkunft herum sollen geordnete Verhältnisse herrschen, die dem Zusammenleben förderlich sind.»

Die geplante Umnutzung des ehemaligen Restaurants habe zu vereinzelten Reaktionen geführt, räumt Bruder ein. «Auf diese wird in geeigneter Art und Weise eingegangen.» Nebenbei: Die Autos, die ein Händler derzeit noch auf dem Areal abgestellt hat, werden wegkommen. «Es ist mit dem Vermieter vereinbart, dass die Fläche unmittelbar um die Unterkunft frei von Fahrzeugen sein wird», sagt Bruder.

Vom Quartierverein Lauffohr war am Mittwoch per Telefon und E-Mail kein Vertreter für eine Stellungnahme erreichbar.

Vorerst auf fünf Jahre befristet

Mit der Eröffnung der Asylunterkunft «Jägerstübli» geht eine mehrjährige Vorgeschichte zu Ende. Rückblick: Im Herbst 2012 wies der Brugger Stadtrat das Baugesuch für die Umnutzung des ehemaligen Restaurants ab. In der Folge entspann sich eine juristische Auseinandersetzung. Anfang September 2014 schliesslich ist die Baubewilligung für die Unterkunft für Asylsuchende erteilt worden.

Der Betrieb ist vorerst auf fünf Jahre befristet. Sollte die Situation bei der Unterbringung und Betreuung von Asylsuchenden angespannt bleiben, kann daraus gemäss DGS ein unbefristetes, jeweils auf sechs Monate kündbares Mietverhältnis werden.