Windisch
Störe und Schildkröten haben in der Minigolfanlage ein neues Zuhause

Ein Crowdfunding und zahlreiche Helfer ermöglichten eine nachhaltige Sanierung des 30 Jahre alten Teichs in der Minigolfanlage Dägerli.

Claudia Meier
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Marcel Huber ist glücklich, dass sich die Störe und Schildkröten im frisch sanierten Teich der Minigolfanlage wohlfühlen.

Marcel Huber ist glücklich, dass sich die Störe und Schildkröten im frisch sanierten Teich der Minigolfanlage wohlfühlen.

Claudia Meier (cm)

Wer in diesen Tagen die Minigolfanlage Dägerli in Windisch betritt, fühlt sich schon fast wie in den Ferien. Der Teich gleicht einer Lagune mit sorgfältig arrangierten Steinen am Ufer und einem eigenen Strand für die sieben Schildkröten. Das Wasser ist glasklar. Seit Mittwoch drehen hier neben den Schildkröten auch sieben Störe – darunter der 30-jährige Igor – sowie ein Karpfen und ein Egli wieder ihre Runden. «Der Zügeltermin war ein spontaner Entscheid. Die Rückkehr der Fische aus dem Provisorium gestaltete sich einfacher als erwartet», sagt Marcel Huber am Teichrand. Bei diesen Worten schwingt grosse Erleichterung über den guten Abschluss eines anspruchsvollen Projekts mit.

Die beiden Brüder Marcel (37) und Patrick (35) Huber kümmern sich bereits seit 15 Jahren liebevoll um die familienfreundliche Minigolfanlage. Darin bildet der 13 Meter lange und 8 Meter breite Teich das Herzstück. Die meisten der sieben Wasserschildkröten – ein davon ist die über 90-jährige Gitta – stammen aus Auffangstationen. Und das Halten von Fischen von über einem Meter Länge ist bewilligungspflichtig.

Folie war immer wieder kaputt

Umso belastender war für Hubers der Umstand, dass der rund 30 Jahre alte Teich immer wieder Wasser verlor, weil die Folie unter anderem durch die benachbarten Tannenwurzeln beschädigt wurde. Letzten Sommer lancierten die Brüder nach sorgfältigen Vorabklärungen zum ersten Mal über die Online-Plattform lokalhelden.ch ein Crowdfunding. Knapp 14 000 Franken und eine Helferschar kamen so zusammen.

Am 23. April waren die Vorbereitungen erledigt, die Wetterbedingungen stimmten und das Projekt konnte realisiert werden. In einem mehrstündigen Kraftakt wurden alle Tiere in ein nahes Provisorium gebracht.

Dann wurden der Teich ausgeräumt, neue Rohre verlegt, zwei der drei grossen Tannen neben dem Teich gefällt, die Holzstrunke in Kunstwerke verwandelt, das Bassin mit Polyurea-Spritzfolie beschichtet und das Ufer mit Steinen neu gestaltet. Daneben lief der Minigolf-Betrieb normal weiter. «Ohne die grosszügige Unterstützung der vielen Helfer wären wir heute nicht fertig», sagt Marcel Huber. Zu diesen gehörten ein Frischpensionierter, der fast jeden Tag im Dägerli anzutreffen war, und einer, der spontan einen kleinen Bagger mitbrachte. Hubers hatten während dieser Zeit keinen einzigen Tag frei.

Besonders anspruchsvoll war für die Beteiligten die Arbeit mit den Steinen. «Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir für das Befestigen der Steine vier Tonnen Beton brauchen», so Marcel Huber. Trotz der gefällten Tannen sind die Tiere nicht schutzlos der Sonne ausgeliefert. Auf mindestens eine Seite des Teichs fällt immer Schatten. Der Wasserspiegel ist dank dem neuen Abschluss 15 Zentimeter höher. Und übrigens: Nach fünf Wochen ohne Nahrung dürften sich die Störe im neuen Teich auch über das Futter gefreut haben.

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