Windisch

Stiftung feiert Neueröffnung: Hier können Süchtige wieder selbstständig werden

Die Stiftung für Sozialtherapie hat die Liegenschaft an der Klosterzelgstrasse in Windisch frisch renoviert. Bald ziehen die Klienten wieder ein.

Morgen Freitag ist es soweit: Die ersten Klienten der Stiftung für Sozialtherapie ziehen in die frisch renovierte Liegenschaft an der Klosterzelgstrasse 21 in Windisch ein. Rund zehn Monate lang wurde im ca. 100-jährigen Haus saniert und umgebaut. Am Dienstagabend feierte die Stiftung die Neueröffnung.

Seit etwa Mitte der 1980er-Jahre ist das Gebäude in Besitz der Stiftung. Bis heute dient es dazu, Menschen mit hauptsächlich Suchtproblemen ein vorübergehendes Zuhause zu bieten. Zwischen sechs bis neun Monaten verbringen die Personen im betreuten Wohnen. Es soll eine Übergangslösung sein.

Das Leben stabilisieren

Ziel des Aufenthalts ist, die Lebensgestaltung unter Alltagsbedingungen einzuüben und zu stabilisieren. Heisst: die Selbstständigkeit und die Eigenverantwortung zu erweitern und erproben, sich in ein positives soziales und berufliches Umfeld zu integrieren sowie die zukünftige Wohn- und Lebenssituation zu regeln. Kurz: sich im Leben wieder zurechtzufinden.

Die Bewohnerinnen und Bewohner werden von einem interdisziplinären Team von Fachleuten aus Psychologie, Sozialtherapie, Sozialpädagogik und Sozialarbeit unterstützt. Psychologin Anna Stöcklin ist Betriebsleiterin Betreutes Wohnen in Windisch und Brugg. Sie freut sich ob den renovierten Räumen.

Die Zimmer sind absichtlich schlicht eingerichtet: ein Bett, ein kleines Gestell, ein Schrank, ein Nachttisch und ein Lavabo. Der blaue Boden hebt sich von den weiss gestrichenen Wänden ab. «Kleinere Gegenstände können die Klienten mitbringen, um ihr Zimmer individueller zu gestalten», sagt Anna Stöcklin. Maximal neun Personen können in den insgesamt drei Wohnungen untergebracht werden. «Wir schauen allerdings, dass jeweils nicht alle Betten belegt sind, damit wir in einem Notfall reagieren können und flexibel sind», sagt Anna Stöcklin.

Hilfreich sei, dass das Haus mitten in einem Einfamilienhausquartier stehe. «Es ist wichtig für die Menschen, dass sie ein realistisches Leben in einer realistischen Nachbarschaft führen», erklärt Stöcklin. Die Klienten der Stiftung – die meisten sind Männer, nur ca. 15 bis 20 Prozent sind Frauen – haben eine feste Tagesstruktur.

Sie gehen beispielsweise einer Erwerbstätigkeit nach. Für die Kosten ihres Aufenthalts beim betreuten Wohnen kommen sie – wenn möglich – selber auf. Einige Kosten werden auch von der Sozialhilfe oder dann von der Justiz übernommen, wie Stöcklin sagt. Die meisten Klienten sind durchschnittlich zwischen 25 und 35 Jahre alt.

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