Windisch
Stiftung Faro verlässt Areal Königsfelden

In den Windischer Räumlichkeiten der Brugg Kabel AG werden Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigung eingerichtet.

Michael Hunziker
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In den Gebäuden (links) an der Bachmattstrasse werden künftig rund 100 Klientinnen und Klienten sowie 20 Mitarbeitende mit Betreuungsauftrag beschäftigt sein.Untergebracht wird überdies die Verwaltung der gesamten Stiftung mit 18 Personen.

In den Gebäuden (links) an der Bachmattstrasse werden künftig rund 100 Klientinnen und Klienten sowie 20 Mitarbeitende mit Betreuungsauftrag beschäftigt sein.Untergebracht wird überdies die Verwaltung der gesamten Stiftung mit 18 Personen.

Michael Hunziker

Die Stiftung Faro wird mit Werkstätten und Verwaltung vom Areal Königsfelden in Windisch wegziehen. Im Frühling 2016 können Räumlichkeiten der Brugg Kabel AG an der Bachmattstrasse in Windisch bezogen werden.

Dani Hohler, Geschäftsführer der Stiftung Faro, ist begeistert. Es sei nicht nur eine Vermieterin, sondern auch eine Partnerin gefunden worden, die bereit sei, im Alltag mit Menschen mit einer Beeinträchtigung zusammenzuarbeiten. «Auf die Chancen, die sich aus dieser tollen Ausgangslage ergeben, freuen wir uns sehr.» Als Beispiel nennt er mögliche Arbeitsaufträge. Im Bereich der Werkstätten werden am neuen Standort rund 100 Klientinnen und Klienten sowie 20 Mitarbeitende mit Betreuungsauftrag beschäftigt sein. Untergebracht wird ebenfalls die Verwaltung der gesamten Stiftung mit 18 Personen.

Beeinträchtigung im Hintergrund

Der Hintergrund: Die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) haben Eigenbedarf an den heutigen Räumlichkeiten der Stiftung Faro auf dem Areal Königsfelden angemeldet. Deren Verantwortliche haben entschieden, kein eigenes Gebäude zu erstellen, sondern Werkstätten und Verwaltung in einer bestehenden Industrie- oder Gewerbezone einzurichten. «Menschen mit einer Beeinträchtigung erfahren häufig einen gewissen Ausschluss aus der Gesellschaft. Spezielle Gebäude und Gelände, meist auch noch etwas abseits errichtet, führen häufig zu einer zusätzlichen Isolation», stellt Dani Hohler fest.

Insbesondere wenn es gelingen soll, Personen mit einer Beeinträchtigung wieder im ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, müsse der Kontakt aber erhalten bleiben. Oder anders ausgedrückt: «Wir machen einen Schritt in die Normalität, gehen dorthin, wo andere auch arbeiten.» Der neue Standort hebe die Arbeit hervor und nicht mehr die Beeinträchtigung. «Dieser Wechsel lässt die Beeinträchtigung der Klientinnen und Klienten in den Hintergrund treten und betont ihre Ressourcen und Fähigkeiten und stärkt so ihr Selbstwertgefühl.»

Im Rahmen der Evaluation von verschiedenen Standorten, fährt Hohler fort, hätten Anfang dieses Jahres Gespräche mit der Brugg Kabel AG stattgefunden. Dabei habe sich gezeigt, dass in Gebäuden an der Bachmattstrasse die von der Stiftung Faro benötigten Räume zur Verfügung stehen. Die Rede ist von rund 3000 Quadratmetern – aufgeteilt auf zwei Gebäude. Der Standort sei ideal. «Er liegt in Bahnhofsnähe und ist nur wenige Minuten Fussweg vom heutigen Arbeitsort in Königsfelden entfernt.» Zur Zufriedenheit gelöst seien zukünftig auch die Anlieferung und das Abholen von Material und Produkten.

Vorteile für Mieter und Vermieter

Der Verwaltungsrat der Brugg Kabel AG sowie der Stiftungsrat der Stiftung Faro haben sich auf einen langfristigen Mietvertrag geeinigt, der diese Woche unterschrieben worden ist. «Mit der Stiftung Faro haben wir einen Mieter gefunden, der die Infrastruktur im Industrieumfeld optimal nutzen kann», wird Felix Deutsch, CFO Brugg Kabel AG, in einer Medienmitteilung zitiert. Die vermieteten Räumlichkeiten seien durch Optimierungen von Abläufen bei der Brugg Kabel AG frei geworden. «Durch die Nähe der beiden Unternehmungen werden wir zusätzlich von den Leistungen der Stiftung Faro profitieren können.» Dieser Aussage stimmt Faro-Geschäftsführer Hohler zu. Auch er sieht Vorteile für den Vermieter, denn: «Geschützte Werkstätten sind für ein Unternehmen eine interessante Alternative zu einer Auftragsvergabe nach Osteuropa oder nach Asien.»

Vor dem Bezug des Standorts müssen laut Hohler noch einige Umbauten erfolgen. «Dabei handelt es sich vor allem um die Schaffung eines behindertengerechten Zugangs zu den Gebäuden, rollstuhlgängige Sanitäranlagen und Personalgarderoben sowie Räume für die Personalverpflegung.» Obwohl es sich dabei um Mieterausbauten handelt, fügt er an, beteilige sich die Brugg Kabel AG mit einem namhaften Betrag an diesen Umbauten. «Die Verantwortlichen der Stiftung Faro schätzen diese Unterstützung sehr.» Mit Schwierigkeiten rechnet Hohler nicht. «Wir werden eine längere Übergangsphase haben, in der wir die Gebäude gestaffelt beziehen. Geplant ist, dass Anfang Juni 2016 der Umzug abgeschlossen ist.»

Alle Personen, die in den letzten acht Monaten an diesem Projekt gearbeitet haben, seien sehr froh über den Vertragsabschluss, fasst Hohler zusammen. Auch wenn einige den Park Königsfelden und die Cafeteria Platane vermissen werden: «Die Unsicherheit hat ein Ende und wir wissen jetzt alle, wo unser zukünftiger Arbeitsplatz sein wird. Wir freuen uns auf die neuen Entwicklungschancen.» Verstärkt werde die Freude durch das grosse Wohlwollen, das die Verantwortlichen der Brugg Kabel AG der Stiftung Faro entgegenbringen. «Das schafft Raum und Möglichkeiten für gemeinsame Arbeitsprojekte.»

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