Windisch
Stiftung Faro: So wird Weihnachten in Zeiten der Pandemie in der Wohngruppe gefeiert

Die Stiftung Faro in Windisch bemüht sich um die gewohnte Tagesstruktur von Menschen mit Beeinträchtigung. Die Umsetzung ist nicht immer leicht. Ein schönes Weihnachtsfest wird allerdings trotzdem ermöglicht.

Katja Gribi
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Die Stiftung Faro betreibt mehrere Wohnzentren.

Die Stiftung Faro betreibt mehrere Wohnzentren.

Claudia Meier

Die Stiftung Faro bietet Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen einen Ort zum Wohnen und Arbeiten. Hier werden laut Website insbesondere auch Personen mit stark herausforderndem Verhalten begleitet und betreut.

Die Coronakrise hat die Stiftung vor ganz neue Probleme gestellt: Sowohl in den Wohnzentren als auch in den Betrieben waren Anpassungen erforderlich, um die nötigen Schutzmassnahmen umzusetzen.

In den Wohnbereichen soll trotzdem gemeinsam Weihnachten gefeiert werden können. Pascale Steiner, Leiterin des Geschäftsbereichs Wohnen, erzählt: «Die Festtage verbringen die Bewohnenden wie üblich in kleinem feierlichem Rahmen in der eigenen Wohngruppe. Der Weihnachtsbaum und die Geschenke dürfen dabei natürlich nicht fehlen.» Für die Angehörigen wurden zudem bereits im Frühling definierte Besucherzonen eingerichtet, diese können mit den üblichen Schutzmassnahmen genutzt werden. Auch Besuche bei den Familien zu Hause sollen über die Weihnachtstage möglich bleiben. «Wir sind in engem Austausch mit den Angehörigen für einen achtsamen Umgang mit den bestehenden Vorgaben», schildert Steiner.

Coronafälle während der zweiten Welle

Im Herbst hatte die Stiftung Faro einige Coronafälle zu verzeichnen, sowohl unter Bewohnenden als auch Angestellten. Hospitalisierungen mussten jedoch keine unternommen werden. Die darauffolgenden Quarantänemassnahmen in den einzelnen Wohngruppen seien dabei zwar tragbar, aber sehr anspruchsvoll gewesen, lässt Steiner verlauten. Um das Risiko erneuter Ansteckungen möglichst gering zu halten, wird dafür gesorgt, dass sich möglichst wenige Personengruppen mischen. Ateliertätigkeiten finden daher nur noch in den einzelnen Wohngruppen statt. Auch in den Gastronomiebetrieben der Stiftung macht sich die Pandemie bemerkbar. Von den insgesamt drei Cafeterias sind derzeit nur noch zwei in Betrieb. Wegen der engen Platzverhältnisse musste die Cafeteria «La Platane» vorübergehend schliessen.

Die beiden anderen Betriebe «La Cantina» und «Cafeteria Q» dürfen ausschliesslich von den stiftungsinternen Klienten und Mitarbeitenden besucht werden. So wird die Verpflegung in den Wohnbereichen, für die 120 geschützten Arbeitsplätze und die rund 190 Angestellte weiterhin gewährleistet.

Take-away-Angebot erhält die Tagesstruktur

Dennoch wurden auch externe Gäste mit einem speziellen Angebot berücksichtigt. «In beiden Standorten, die in Betrieb sind, gibt es über den Mittag ein Take-away-Angebot. Unser Mittagsmenu kann auf Vorbestellung abgeholt werden. So bleibt es uns möglich, externen Kunden weiterhin Mahlzeiten anzubieten», erklärt Barbara Zimmann, Leiterin des Geschäftsbereichs Betriebe. Zudem können Produkte der Konditorei-Confiserie in einem Webshop über die Website der Stiftung bestellt werden.

Auch die Produktion in den Werkstätten läuft wie gewohnt weiter – externe Besucher sind hier aber ebenfalls nicht zugelassen. Auf diese Weise bleiben die geschützten Arbeitsplätze weiterhin gesichert. Durch die angepassten Konzepte könne die Betreuung der Betroffenen so trotz andauernder Pandemie erhalten werden, hält Zimmann fest. «Es ist wichtig, dass wir unseren Klienten in dieser sehr anspruchsvollen Zeit die gewohnte Tagesstruktur bieten können.»