Hausen
Stiftung Domino wirbt um Senioren, die individuelle Wünsche erfüllen

Die Stiftung Domino unterstützt behinderte Menschen, ein möglichst normales Leben zu führen. Doch alle individuellen Wünsche und Bedürfnisse können nicht berücksichtigt werden. Hier sollen Freiwillige aushelfen.

Deborah Bläuer
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Deborah Bläuer

«Zeit, die wir anderen schenken, macht uns selber reich.» Mit diesen Worten warb Karin Schneiter, Leiterin Koordinationsstelle Freiwilligenarbeit der Stiftung Domino, an einem Informationsanlass für die Freiwilligenarbeit. Denn diese kann seit letztem März in der Stiftung Domino geleistet werden. An einer exklusiven Informationsveranstaltung im Mehrzweckraum im Café Domino in Hausen erfuhren die Mitglieder des Vereins forum 60 plus mehr darüber.

Geschäftsführer Rainer Hartmann machte den Anfang, indem er die Stiftung Domino vorstellte. Das Unternehmen bietet zirka 150 geschützte Arbeitsplätze für Menschen mit einer geistigen Behinderung an. Diese arbeiten in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel der Gastronomie, in der Verpackung oder der Hauswartung. Sie erledigen Aufträge für Firmen, Gemeinden, Vereine oder Privatpersonen. Zudem führt die Stiftung an den Standorten Hausen, Umiken und Brugg betreute Wohngruppen mit insgesamt 51 Plätzen.

Die Leute werden dabei unterstützt, ein möglichst normales Leben zu führen. Doch alle individuellen Wünsche und Bedürfnisse können nicht berücksichtigt werden. Hier sollen nun Freiwillige einspringen, die mit den Bewohnern spazieren gehen, sie in die Kirche begleiten oder ihnen einfach zuhören. Je nachdem, was die Leute wünschen und was die eigenen Fähigkeiten sind.

Interessierte können sich bei Karin Schneiter melden unter 056 448 90 75 oder freiwillig@stiftung-domino.ch.

«Freiwillige ersetzen nicht die professionelle Betreuungsarbeit, sondern sie ergänzen sie», betonte Schneiter. Es müsse auch ohne Freiwillige gehen, doch diese seien einfach das Sahnehäubchen obendrauf. Sie erzählte das Beispiel eines Bewohners, der früher öfter in die Beiz ging. Aber mit zunehmendem Alter gelang ihm das nicht mehr alleine. Jetzt ist er frustriert. Für ihn wäre es ideal, wenn sich ab und zu jemand Zeit nehmen würde, um mit ihm etwas trinken zu gehen.

Freude am Kontakt ist wichtig

Sämtliche Spesen und auch die Fahrkosten würden natürlich vergütet, stellte Schneiter klar. Schliesslich sollten die Freiwilligen nicht ausgebeutet werden. Interessierte werden zu einem Kennenlerngespräch eingeladen, in welchem die Vorstellungen und die Möglichkeiten zum Einsatz besprochen werden.

Wichtig ist, dass die Helfer zuverlässig und verantwortungsbewusst sind. Sie sollen Freude am Kontakt mit Menschen haben und diesen Verständnis und Respekt entgegenbringen. Auch psychische Belastbarkeit und Kommunikationsfähigkeit sind von Vorteil.

Das 15-köpfige Publikum zeigte sich interessiert und scheute sich nicht, Fragen zu stellen. Gut möglich, dass zu den sieben bisherigen Freiwilligen bald noch ein paar dazukommen werden, vielleicht Elsbeth Fritschy (73) aus Hausen. Sie sagte: «Mit jemandem spazieren zu gehen oder Ausflüge zu machen, könnte ich mir auf jeden Fall vorstellen.»