Bei einer Realisierung einer neuen Sportstätte in Birr steige die Verschuldung zwar minimal an, die laufenden Kosten von maximal bis 10 000 Franken jährlich aber würden den Steuerfuss lediglich mit 0,1 Prozent beeinflussen, führt der Gemeinderat aus.

Rückblick: Geplant ist die neue Sportstätte auf einem Grundstück der Einwohnergemeinde unmittelbar bei den bestehenden Sportanlagen. Eingerichtet werden zwei Garderoben, ein Vereinslokal, WC-Anlagen sowie ein Allzweckraum. Das Gebäude kann von allen Vereinen genutzt werden. Im Juni bewilligte die Gemeindeversammlung den Kredit von 710 000 Franken nach einer lebhaften Debatte knapp. Gegen diesen Beschluss kam mit 524 gültigen Unterschriften das Referendum zustande. Die Urnenabstimmung findet am 25. September statt.

Während der Unterschriftensammlung wurden in einem Flugblatt diverse Argumente vorgebracht, die aus Sicht des Gemeinderats nicht korrekt sind. Ihm sei es ein Anliegen, dass sich das Stimmvolk für die anstehende Abstimmung «auf Basis von sachlichen und korrekten Argumenten eine Meinung bilden kann».

Die angekündigte Steuererhöhung, betont die Behörde in einer Medienmitteilung, «stehen in keinem Zusammenhang mit der Realisierung der Sportstätte, denn die Gemeinde Birr hat kein Ausgaben oder Investitionsproblem, sondern ein Einnahmenproblem». Die Sportstätte könne zu sehr günstigen Konditionen und minimaler Verschuldung fremdfinanziert werden.

Auch wehrt sich der Gemeinderat «entschieden» gegen den vom Referendumskomitee verwendeten Begriff «Mogelpackung». «Es wurde bereits im Vorfeld der Gemeindeversammlung offen und umfassend über das Projekt, die Finanzierung und die Vorgehensweise informiert», führt die Behörde aus. Im Gegensatz zum heutigen Projekt seien beim früheren Anlauf für eine Sportstätte seitens der Gemeinde keine Abmachungen betreffend Finanzierung mit dem FC Birr getroffen worden.

Gemäss einer durchgeführten Umfrage bei diversen Gemeinden im Kanton Aargau werde die Infrastruktur für Fussballvereine überall durch die Gemeinden erstellt und kostenlos zur Verfügung gestellt, fährt der Gemeinderat fort. Auch andere Vereine wie Musikgesellschaften oder Turnvereine würden unterstützt. «Man kann also durchaus von einer Aufgabe der Gemeinde sprechen.»

Die geplante Sportstätte, fügt die Behörde weiter an, stehe nicht nur wenigen Birrerinnen und Birrern zur Verfügung. Der FC alleine zähle rund 180 Kinder und Jugendliche, von denen mehr als die Hälfte aus dem Dorf stammen. Hinzu kämen die Aktiv- und Damenmannschaften, Beachsoccer sowie weitere Vereine. Bereits auch hätten der Turnverein sowie der Damenturnverein das Bedürfnis nach Räumlichkeiten – wie Clublokal oder Materialraum – angemeldet.