Bezirk Brugg

Steuerfuss steigt 2019 nur in Mönthal – der grosse Brugger Steuervergleich

Nur in Mönthal steigt der Steuerfuss um 8% von 107% auf 115%.

Nur in Mönthal steigt der Steuerfuss um 8% von 107% auf 115%.

Die Gemeindeversammlungen im Bezirk Brugg sind vorüber, die Budgets für das nächste Jahr im Trockenen. Je nach Wohnort müssen die Steuerzahler tief in die Tasche greifen – in Habsburg kommen sie am günstigsten weg.

In 23 von 24 Gemeinden im Bezirk bleiben die Steuerfüsse 2019 gleich wie in diesem Jahr. Nur in Mönthal steigt der Steuerfuss um 8% von 107% (siehe Tabelle unten) auf 115%. Die veranschlagte Steuerfusserhöhung wurde an der Gemeindeversammlung von den 45 anwesenden Stimmbürgern diskussionslos genehmigt. Die Finanzverwaltung erhielt für die detaillierten Ausführungen zum Finanzplan gar Applaus.

So liegen auch 2019 die Steuerfüsse im Bezirk weit auseinander. Habsburg ist mit einem Steuerfuss von 82% das Steuerparadies, Villnachern mit 120% hingegen das Schlusslicht. Doch wie gross sind die Unterschiede zwischen den Gemeinden in Franken genau?

Die AZ hat mithilfe des Online-Steuerrechners des Kantons die Probe aufs Exempel gemacht und für sämtliche 24 Gemeinden vier Familientypen durchgerechnet. Den Berechnungen zugrunde liegen unterschiedliche steuerbare Einkommen (= Einkommen nach allen Abzügen) sowie unterschiedliche Vermögenssituationen.

Berechnet wurde jeweils die Gemeinde- und Kantonssteuer; eine allfällige Kirchen-, oder Feuerwehrsteuer sowie die Bundessteuer sind nicht enthalten. Für die Berechnung sind die Steuerfüsse 2018 massgebend.

1009 Franken Unterschied

In Habsburg zahlt ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern, das auf ein steuerbares Einkommen von 70'000 Franken kommt und kein steuerbares Vermögen hat, 5153 Franken an Gemeinde- und Kantonssteuern pro Jahr. In Mülligen, mit einem Steuerfuss von 109%, sind es 717 Franken, in Villnachern gar 1009 Franken mehr. Besser fährt die vierköpfige Familie in Villigen, wo sie 5285 Franken zahlt, sowie in Lupfig, wo ein Betrag von 5418 Franken fällig wird.

Einigermassen gut weg kommt die Familie auch, wenn sie im Bezirkshauptort Brugg lebt. Dort zahlt sie 5551 Franken an Steuern und profitiert zudem von einer grösseren Infrastruktur als etwa in Habsburg.

Deutlich mehr Geld in die Hand nehmen muss ein verheiratetes Paar mit einem Kind, einem steuerbaren Einkommen von 110'000 Franken und einem steuerbaren Vermögen von 250'000 Franken. In der günstigsten Gemeinde Habsburg zahlt die Familie 11'943 Franken an Gemeinde- und Kantonssteuern.

In den Gemeinden Veltheim und Schinznach, die mit ihrem Steuerfuss von 105% dem bezirksweiten Durchschnitt von 106% naheliegen, werden Steuern von 13'359 Franken fällig. In Villnachern wiederum zahlt die Familie 14'282 Franken. Das sind 2339 Franken oder rund 20 Prozent mehr als in Habsburg. 

Bei einer alleinstehenden Person mit einem Kind, einem steuerbaren Einkommen von 40 000 Franken und keinem Vermögen ist die Franken-Differenz eher gering. In Villnachern zahlt sie 1986 Franken, in Habsburg 1661 Franken, nur 325 Franken weniger.

Steuern allein entscheiden nicht

Wer alleinstehend ist, keine Kinder hat, auf ein steuerbares Einkommen von 90 000 Franken im Jahr kommt sowie sich ein steuerbares Vermögen von 50 000 Franken zur Seite legen konnte, muss dem Fiskus in Villnachern 14 403 Franken überweisen. In Habsburg sind es 2359 Franken, in Remigen (Steuerfuss 95%) noch 1552 Franken weniger.

Betrachtet man diese Zahlen, erscheint ein Umzug in eine andere Gemeinde für den einen oder anderen eine gute Wahl zu sein, um Steuern zu sparen. Das Umziehen in eine steuergünstigere Kommune lohnt sich aber nicht immer.

Oftmals schlagen in solchen Gemeinden höhere Wohnkosten zu Buche, was den Steuervorteil direkt wieder zunichtemacht. Für die meisten Menschen hat zudem das soziale Umfeld, die Nähe zu Familienangehörigen und Freunden letztlich einen grösseren Stellenwert als ein Steuervorteil.

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