Budget 2014
Steuereinnahmen sorgen in Windisch für Sorgenfalten

Windisch erwartet ein Bevölkerungswachstum auf über 7000 Einwohner. Trotzdem bereiten der Gemeinderätin Heidi Ammon die Steuereinnahmen Sorgen. Denn die positive Entwicklung werde durch die Steuergesetzrevision gleich wieder zunichtegemacht.

Michael Hunziker
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Anders gesagt: «Anstelle eines prognostizierten Wachstums der Steuerkraft von 1,5 Prozent ist mit einem Minus von 1,5 Prozent zu rechnen», so Heidi Ammon. «Das stellt für Windisch eine echte Herausforderung dar. Wir müssen unsere Ausgaben im Griff haben und sorgsam mit den Geldern umgehen.»

Der Nettoaufwand steigt

«Wir sparen, wo es nötig ist», führt Heidi Ammon aus. Aber: «Wir müssen auch Geld ausgeben und in die Weiterentwicklung der Gemeinde investieren.»

Aufwand: Zwei grosse Veränderungen

Ins Auge stechen im Budget 2014 die im Vergleich zum letzten Jahr grossen Veränderungen bei der Spitalfinanzierung und bei den Lehrerlöhnen. Gemäss Spitalgesetz leisten die Gemeinden ab 2014 keine Beiträge mehr an die Finanzierung der Spitäler. Der finanzielle Ausgleich erfolgt durch einen Zuschlag auf den Beiträgen der Gemeinden an den Lehrerlöhnen. Unter dem Strich haben die Verschiebungen keinen Einfluss auf die finanzielle Situation der Gemeinden. (mhu)

Zusammen mit Marco Wächter, Leiter Abteilung Finanzen, erläuterte die Gemeinderätin an einer Medienorientierung die wichtigsten Punkte des Budgets 2014. Heidi Ammon sprach von einem Novum: «Zum ersten Mal haben wir beim Nettoaufwand eine im Vergleich zu den Vorjahren hohe Steigerung im Bereich der nicht gebundenen Ausgaben.»

Konkret: Im Budget 2014 erhöht sich der Nettoaufwand gegenüber dem Vorjahr um 9,3 Prozent beziehungsweise um 1,4 Mio. Franken. Mehr als die Hälfte der Erhöhung ist in Ausgabenpositionen zu finden, die von der Gemeinde direkt beeinflusst werden können: Jugendfest, Betriebsbeiträge Campussaal, Inventar Naturschutz, Subventionen Kindertagesstätten, Löhne Blockzeiten, Gemeinderats-Besoldung. Übrigens: Die Entwicklung der gebundenen Ausgaben zeigt laut Marco Wächter, dass diese innert 12 Jahren um 5,6 Mio. Franken zugenommen haben (siehe Grafik). Die direkt beeinflussbaren Ausgaben dagegen seien exakt gleich hoch wie im Jahr 2002.

Gemäss dem Leiter der Abteilung Finanzen war in den vergangenen Jahren festzustellen, dass eine Selbstfinanzierung von 2,5 Mio. Franken angestrebt werden muss. «Mit diesem Wert können die notwendigsten Investitionen knapp aus eigenen Mitteln finanziert werden», so Wächter. Im Voranschlag resultiere allerdings – «trotz sehr restriktiver Budgetierung» – eine Selbstfinanzierung von lediglich 1,5 Mio. Franken. Und auch diese werde nur dank einem Finanzausgleichsbeitrag erreicht. «Auf dieses Geld sind wir angewiesen», hält Wächter fest.

Alles in allem wird 2014 mit einem Aufwandüberschuss von 55’280 Franken gerechnet. Dieser kann durch das Eigenkapital gedeckt werden.

Strassen kosten viel

Budgetiert sind Investitionsausgaben von 2,1 Mio. Franken. Über die Hälfte der Ausgaben werden getätigt für die Sanierungen und Umgestaltungen der Gemeinde- und Kantonsstrassen. Rund 31 Prozent fliessen in die Schulanlagen, der grosse Teil von 560’000 Franken wird für die Erneuerung der Wärmeerzeugung eingesetzt. Im Weiteren sind Mittel vorgesehen für die Gesamtrevision der Nutzungsplanung und die Umsetzung des Masterplanes des Friedhofs.

Die Eigenwirtschaftsbetriebe Wasserwerk, Elektrizitätswerk, Abwasserbeseitigung sowie Abfallwirtschaft stehen laut Marco Wächter auf gesunden Beinen.

Als positiv beurteilen Heidi Ammon und Marco Wächter die Umstellung auf das harmonisierte Rechnungsmodell HRM2 per Januar 2014. Dieses sei mit den Vorgaben der Privatwirtschaft zu vergleichen und sorge für mehr Transparenz. Die Finanzverwaltung habe eine grosse Arbeit geleistet, lobt die Gemeinderätin. Nicht nur die Rechnung 2012, auch das Budget 2013 sei umgerechnet worden. «Damit sind die Zahlen gut zu lesen.»

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