Auenstein/Veltheim
Steinbruch: Jetzt wehren sie sich mit Plakaten

Mit einer bunten Posteraktion protestiert die IG Pro Au gegen die geplante Erweiterung des JCF-Steinbruchs bis in die Nähe des Wohngebiets.

Louis Probst
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Plakate – wie dieses – stehen vor fast jedem Haus im Ortsteil Au der Gemeinden Veltheim und Auenstein. LP

Plakate – wie dieses – stehen vor fast jedem Haus im Ortsteil Au der Gemeinden Veltheim und Auenstein. LP

Louis Probst

«Steinbruch näher an die Häuser: Nein!» Die Plakate mit dem Bild des bedrohlich an die Wohnhäuser heranrückenden Steinbruchs, die bereits seit einiger Zeit vor beinahe jedem Haus im Ortsteil Au der Gemeinden Auenstein und Veltheim stehen, sind nicht zu übersehen.

«Wir wehren uns dagegen, dass der Steinbruch bis ans Dorf heranreichen soll», sagt Rolf Kirchhofer, eine der Ansprechpersonen der IG Pro Au, die hinter der Plakataktion steht.

«Es geht uns grundsätzlich nicht darum, den Steinbruch oder seine Erweiterung zu verhindern. Wir sind aber dagegen, dass er so nah an das Dorf heran erweitert werden soll. Gut 95 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner aus der Auensteiner und der Veltheimer Au haben die eingereichte Petition mitunterzeichnet.»

Rohstoff für 25 Jahre

Mit der Erweiterung des Steinbruchs Jakobsberg-Egg soll der Produktionsstandort Wildegg der Jura Cement Fabriken (JCF) für einen Zeitraum von 25 bis 30 Jahren gesichert werden.

Das nachdem die JCF vor einiger Zeit auf die Weiterverfolgung anderer Abbau-Standorte – so etwa in Schinznach-Dorf oder am Bözberg – verzichtet hatte.

Die Erweiterung würde, zusätzlich zum bewilligten Volumen, einen Abbau von rund 6 Millionen Kubikmetern Kalkstein ermöglichen.

«Damit», so Marcel Bieri von der JCF, «wäre bei einer Vollauslastung des Werks der Produktionsstandort Wildegg für rund 25 Jahre gesichert.»

Inzwischen sind die Grundlagen für den Eintrag der Steinbruch-Erweiterung im Richtplan ausgearbeitet worden. Vorgesehen sind im Wesentlichen eine Ausdehnung des Steinbruch-Perimeters um 17,5 Hektaren sowie die Absenkung der Abbaukote.

In ihrem neuesten «Wegweiser» moniert die IG Gisliflue, dass der Umfang und die Dauer des Erweiterungskonzepts die Vorgaben der Absichtserklärung – die im Juni 2014 von den Gemeinderäten Auenstein, Veltheim, Schinznach-Dorf, vom Kanton sowie von der JCF unterzeichnet worden war – deutlich überschreiten würden.

Statt der vorgesehenen Abbaukubatur von 6 Millionen Kubikmetern würden nämlich 7,5 Millionen Kubikmeter Gestein abgebaut.

Die Gemeinderäte von Auenstein und Veltheim hatten in der Absichtserklärung zudem, als Voraussetzung für das erforderliche Nutzungsplanverfahren, eine Senkung der Belastungen durch den Betrieb des Steinbruchs, um einen Drittel verlangt.

Die JCF hatte sich denn auch verpflichtet, für die Reduktion der durch die Sprengungen verursachten Erschütterungen und Druckwellen sowie der Staub- und Lärmimmissionen zu sorgen.

Gegenwärtig laufen im Steinbruch Versuche mit alternativen Abbaumethoden, mit denen künftig allenfalls teilweise oder gar ganz auf Sprengungen verzichtet werden könnte. Zudem sind Staub-Messstationen eingerichtet worden.

Bei der IG Pro Au scheint man aber, wie kürzlich in einem Flugblatt zum Ausdruck gebracht wurde, nicht so recht an die Absichtserklärung zu glauben.

Entscheidende Phase

Inzwischen rückt die Erweiterung des Steinbruchs Jakobsberg-Egg in eine entscheidende Phase. Bis Ende dieses Jahres soll die Festsetzung im kantonalen Richtplan erfolgen. Im August beginnen das Auflage- und das Mitwirkungsverfahren. Als nächster Schritt soll bis Anfang 2018 auch das Nutzungsplan-Verfahren in den beiden Steinbruch-Gemeinden über die Bühne gehen.

Anschliessend folgt das Verfahren für das Abbaugesuch. Dazu wird die Bevölkerung allerdings nichts mehr zu sagen haben. «Wir wehren uns einfach dagegen, dass der Steinbruch näher ans Dorf heranreichen soll», betont Rolf Kirchhofer.

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