Brugg
Stau-Umfahrer: Videoüberwachung im Brugger Westquartier hat Tücken

Im Westquartier werden Stau-Umfahrer neuerdings per Kamera kontrolliert. Aus Angst vor Geschäftseinbussen traf eine Schreinerei nun mit der Polizei eine Vereinbarung.

Claudia Meier
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Das Zubringer-Regime im oberen Abschnitt der Habsburgerstrasse in Brugg wird seit gut drei Wochen videoüberwacht.

Das Zubringer-Regime im oberen Abschnitt der Habsburgerstrasse in Brugg wird seit gut drei Wochen videoüberwacht.

Michael Hunziker

Das Fahrverbot mit Zubringer-Regime an der Habsburgerstrasse im Brugger Westquartier gilt seit Dezember 2014 und lässt sich schwer durchsetzen. Seit gut drei Wochen ist darum eine mobile Kamera im Einsatz.

Alex Honegger ist Inhaber der Bühler Schreinerei AG, dem einzigen Gewerbebetrieb im videoüberwachten Strassenabschnitt. Honeggers grösste Angst ist, dass sich das Fahrverbot geschäftsschädigend auswirkt: «Es darf auf keinen Fall vorkommen, dass einer unserer Kunden oder Lieferanten gebüsst wird.»

Dies könnte beispielsweise passieren, wenn ein Fahrzeug von der Bodenackerstrasse kommend auf den Vorplatz der Schreinerei abbiegt, da dieser Bereich von der Kamera nicht erfasst werden kann.

Als die mobile Überwachungskamera ohne Vorankündigung nur einen Katzensprung von der Schreinerei entfernt montiert wurde, setzte sich Honegger sofort mit dem Brugger Stadtammann Daniel Moser und Heiner Hossli, dem Chef der Regionalpolizei Brugg, an einen Tisch. Es habe sich gezeigt, dass die komplexe Verkehrssituation unterschätzt wurde, so Honegger.

Die Bühler Schreinerei AG informiert seither alle Lieferanten und Kunden mit einem Flyer, dass sie bei einem Besuch an der Habsburgerstrasse fotografiert werden könnten.

Sollte sogar eine Busse ausgesprochen werden, so hat Honegger die schriftliche Zusage der Regionalpolizei Brugg, dass diese erlassen wird. Im Kameraeinsatz sieht Honegger sowohl Vor- wie Nachteile: «Einerseits finde ich die Kamera zur Kontrolle des Fahrverbots übertrieben. Andererseits dient sie auf diesem Abschnitt auch als Einbruchsprävention, was ja nicht schlecht ist.»

Laut Regionalpolizei Brugg ist es zu früh, um erste aussagekräftige Schlussfolgerungen zum Kameraeinsatz zu ziehen. Die Daten werden manuell ausgewertet. Der Aufwand dafür stehe aber nicht etwa im Missverhältnis zu einer normalen Verkehrskontrolle durch eine Patrouille, sagt Andreas Lüscher, Chef-Stellvertreter I der Regionalpolizei Brugg. Indem die Bühler Schreinerei AG die Fahrzeug-Kontrollschilder der Lieferanten jeweils der Polizei melde, können Missverständnisse ausgeräumt werden, so Lüscher.

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