Rüfenach

Statt venezianischem Kanal-Duft gabs eine rezente Note vom Kuhstall

Die 14- bis 18-jährigen Schüler und Schülerinnen von «gli uccelli» erzählen die Geschichte über eine bunte Vogelschar. Ursula Burgherr

Die 14- bis 18-jährigen Schüler und Schülerinnen von «gli uccelli» erzählen die Geschichte über eine bunte Vogelschar. Ursula Burgherr

Wirt Christophe «Kiki» Martin in Rüfenach bereichert sein kulinarisches Angebot mit kulturellen Leckerbissen. Beispielsweise mit dem 2009 gegründeten Musikensemble «gli uccelli», das ein amüsantes und kurzweiliges Strassentheater aufführte.

Unter dem «Tänn» vis-à-vis des Restaurants zum Blauen Engel spielten die 14- bis 18-jährigen Schüler und Schülerinnen aus der Musikschule Surbtal ihre Geschichte über eine bunte Vogelschar, die von einer Elster beklaut wird. Um sie zu bestrafen, soll ihr ein Zaubertrank verabreicht werden. Doch vom Saft mit der magischen Kraft kostet auch anderes, neugieriges Federvieh und verwandelt sich in feuerspeiende Drachen. Das Ganze mündet am Schluss in einem hitzigen Gefecht mit einer spektakulären Feuerspeinummer.

Die Aufführung mit viel Renaissancemusik war ursprünglich als reines Konzert geplant. Die 14-köpfige Crew von der Musikschule Surbtal spielt gegen 100 Instrumente, darunter Dudelsack, Flöten aller Art, verschiedenste mittelalterliche Instrumente wie die Schalmei sowie Percussionsinstrumente aus der ganzen Welt.

«Weil Musik immer zu inneren Bildern anregt, haben wir unsere konzertanten Stücke mit einer durchgehenden Handlung verbunden und daraus ein Strassentheater kreiert», erklärt Musiklehrer Pius Bessire. Besonders stolz sind die Schulgängigen darauf, dass sie mit ihrer musikalisch-theatralischen Melange dieses Jahr am Karneval in Venedig auftreten konnten und viele positive Feedbacks für ihr Gauklerstück erhielten.

«Wie es sich gebührt»

An die romantische Kanalstadt erinnerten in Rüfenach nur noch die selbst hergestellten Masken und Kostüme. Statt markantem, venezianischem Kanal-Duft gab es in der kleinen Aargauer Gemeinde eine rezente Note vom angrenzenden Kuhstall. Nebst vielen Höhepunkten wie der a-capella-Version von Procol Harums «A Whiter Shade of Pale» nisteten sich ab und zu auch ein paar schräge Töne in den Gehörgängen ein, über die man ob der beeindruckenden Gesamtleistung von «gli uccelli» (die Vögel) aber hinwegsah.

Mit seiner Veranstaltungsreihe «Zuelose» jeden dritten Donnerstagnachmittag im Monat (ab 14 Uhr) will Wirt «Kiki» Martin einen Kontrapunkt zu den vielen Abendveranstaltungen setzen. Der Titel «Zuelose» ist bewusst gewählt. Martin: «Ich habe schon genug erstklassige Musiker in Restaurants erlebt, von deren Spiel im Publikum kaum Notiz genommen wurde. Bei mir sollen die Leute den Künstlern zuhören und ihnen Beachtung schenken, wie es sich gebührt.» Eben einfach: «zuelose».

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