Geburtenstarke Jahrgänge, Zuzüge von Familien sowie Spezialunterricht und Randstundenbetreuung: «Die Schule platzt aus allen Nähten», hat Gemeinderat Peter Gut ausgeführt an der Gemeindeversammlung in Villigen. Zusätzlicher Raum müsse auf Sommer 2018 zur Verfügung stehen, der Zeitplan sei ehrgeizig, betonte Gut.

Zwei Varianten stellte der Gemeinderat zur Diskussion: Neuer Schulraum könnte im alten Schul- und Gemeindehaus in Stilli bereitgestellt werden. Oder aber, als Alternative, sei es denkbar, den Kindergartenpavillon im Erbslet aufzustocken und so drei Klassenzimmer zu schaffen.

Der Gemeinderat empfahl, die vorhandenen Liegenschaften zu nutzen, also das Schulraumprojekt in Stilli zu realisieren. Mit diesem Vorgehen könnte die bestehende Situation elegant und günstig überbrückt werden, zeigte sich Gemeindeammann Jakob Baumann überzeugt. Dies sei die einfachste und vernünftigste Lösung. Die Mehrheit der 175 anwesenden Stimmberechtigten – von insgesamt 1246 – sah es aber anders und sprach sich für einen Aufbau auf dem Kindergartenpavillon im Erbslet aus.

Schüler sollen sich wohlfühlen

Die Debatte war lange und wurde engagiert geführt. Viele Anwesende – unter ihnen Vertreter der Schule sowie betroffene Eltern – machten ein grosses Fragezeichen zu einem zweiten Schulstandort in Stilli. Es ergebe keinen Sinn, die Schule auseinanderzureissen und mit drei Klassen nach Stilli zu zügeln, wurde festgehalten. Diese Ansicht vertrat auch der als Stimmberechtigter anwesende Schulleiter Koni Burger. Mit der Reaktivierung des alten Schul- und Gemeindehauses in Stilli könnten die Platzverhältnisse nicht wesentlich verbessert werden, hob er hervor. Die Bedingungen würden stattdessen schlechter, die Organisation schwieriger. «Wir haben eine gute Schule», sagte Burger. Mit der vom Gemeinderat priorisierten Lösung würden die Qualität des Unterrichts wie auch das Wohlbefinden der Schüler leiden, fuhr der Schulleiter fort. Es sei wichtig, ergänzte eine Stimmberechtigte, dass die Kinder und Lehrpersonen ein gutes Umfeld hätten.

Ins Spiel gebracht wurden von den Anwesenden ebenfalls weitere Lösungen. Die vom Gemeinderat präsentierten Varianten, sagte ein Stimmberechtigter, seien beide nicht durchdacht. Das Geschäft sei zu überarbeiten, hielt ein anderer fest. Sein Rückweisungsantrag wurde allerdings klar abgelehnt.

Sanierungen müssen warten

Auf Antrag aus der Versammlung wurde mit 108 zu 44 Stimmen der Kredit von 1,28 Mio. Franken für die Aufstockung des Kindergartenpavillons im Erbslet genehmigt. Die im Schulraumprojekt ursprünglich ebenfalls vorgesehenen Sanierungen der bestehenden Schulanlagen Winkel und Stilli seien später separat zu behandeln, so die Ansicht. Gemeindeammann Baumann wies zwar darauf hin, dass kein Geld gespart werde, wenn die Sanierungen hinausgeschoben würden. «Diese kommen so oder so auf uns zu.» Er fand aber kein Gehör.

Die weiteren Geschäfte sind am Dienstagabend – in alles in allem knapp drei Stunden – mit grosser Mehrheit angenommen worden: Rechnung 2016, Kreditabrechnungen, Einbürgerungen, Kredit von 1,685 Mio. Franken für die Erschliessung des Park Innovaare, Teiländerung der Nutzungsplanung für die Erweiterung des Steinbruchs Gabenchopf, Zusatzkredit von 95 000 Franken für den Abschluss der Gesamtrevision der Nutzungsplanung, Kredit von 69 120 Franken für die Erstellung des Bauprojekts Erschliessung Obsteinen Nord, Gemeindeanteil von 64 000 Franken für die Anschaffung von zwei Verkehrsfahrzeugen für die Feuerwehr Geissberg, Kredit von 5000 Franken für die Einführung eines Mittagstisches an der Schule sowie Besoldung des Gemeinderats.