Die Geschichte nahm 2004 ihren Lauf mit einer Abmahnung. 2006 klagte die amerikanische Schuhfirma K-Swiss die Windischer Schuhfirma Künzli erstmals ein, denn sie hatte bereits 1990 in Deutschland das Markenrecht für die fünf Streifen für sich eintragen lassen.

Im Hauptverfahren bekam K-Swiss vor dem Düsseldorfer Gericht im Februar 2012 in zweiter Instanz Recht. Künzli durfte daraufhin seine Turnschuhe mit fünf Streifen nicht mehr in Deutschland verkaufen.

Künzli ist ein Fehler unterlaufen

Die Chefin und Inhaberin von Künzli, Barbara Artmann, bestätigt einen Bericht der Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens. Sie räumt ein, dass der Firma ein Fehler unterlaufen sei. Man habe es unterlassen, das Markenrecht für die fünf Streifen in Deutschland – im wichtigsten Exportland – anzumelden. Man sei schlecht beraten gewesen. K-Swiss ist Künzli mit der Anmeldung der fünf Streifen in Deutschland zuvor gekommen.

Doch ein Blick in die Geschichte der Firma, die seit 1927 Schuhe herstellt, zeigt: Die Firma K-Swiss hat ihren Ursprung Künzli zu verdanken. Denn Kurt Künzli, der Sohn des Künzli-Gründers und Erfinder der fünf Streifen, exportierte Künzli Schuhe in die USA. Die Importfirma wurde in den 70er-Jahren auf K-Swiss getauft. Das K geht auf Künzli zurück. So kamen die fünf Streifen auf amerikanischen Boden. Doch die beiden Firmen gingen bald getrennte Wege.

Artmann brachte die Firma wieder in Schwung

2004 übernahm Barbara Artmann die Firma und brachte die Firma wieder in Schwung. Als erfolgreiche und engagierte Unternehmerin wurde sie 2009 mit dem Swiss Award für Wirtschaft ausgezeichnet. Und nun ist das Markenzeichen der Künzli-Schuhe bald Geschichte. «Ich hatte schon ein wenig Zeit, mit der ganzen Liebesgeschichte abzuschliessen», sagt Barbara Artmann.

Nach dem ersten schlechten Urteil habe sie geheult wie ein Schlosshund. «Aber die Chancen, dass wir nach diesem Rechtsstreit noch überleben konnten, waren zu klein», sagt Artmann. Für den ganzen Streit sei eine Summe ausgegeben worden, «die in dieser Grössenordnung einer kleinen Firma fast nicht zuzutrauen ist», sagt sie.

Fünf «Klötzli» auf den Schuhen

Deshalb habe man sich für ein neues Logo entschieden. Die Idee dazu kam Artmann selber. Die Zahl fünf war gegeben. Sie habe begonnen zu malen, habe Schweizer Kreuze gezeichnet und dann sei ihr die Idee mit den Quadraten gekommen. «Klötzli», wie sie die Firma Künzli nun nennt.

Die neuen Künzli-Schuhe mit Klötzli werden auf der Schuhfachmesse in Düsseldorf in der kommenden Woche zum ersten Mal gezeigt. Ab Juli 2012 soll die neue Kollektion ausgeliefert werden. Schrittweise werden alle Schuhe auf das neue Markenzeichen umgestellt.

«Es ist Zeit für eine grosse Innovation», sagt Artmann. Trotzdem: «Wir halten die Schuhe mit den fünf Streifen in Ehren, vielleicht werden in der Schweiz noch einige Paare erhältlich sein.» Mit dem neuen Markenzeichen befreit sich Künzli nun auf einen Schlag von Markenstreitigkeiten – und hat die fünf «Klötzli» sogleich als Marke in der Schweiz und im Ausland als Marke angemeldet.