Riniken/Brugg
Statt langweiligem Spatenstich: Ortsbürger sehen, wie der 30 Meter hohe Baum fällt

Das Highlight des Waldumgangs war der Spatenstich für den Teilersatzneubau Forstwerkhof auf dem Gemeindegebiet Riniken. Dafür musste der 30 Meter hohe und 43-jährige Mammutbaum weichen.

Manuel Hediger
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Stadtammann Dani Moser übergibt Förster Ruedi Graf die Motorsäge für den Spatenstich
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Förster Ruedi Graf fällt den Mammutbaum neben dem Werkhof
Förster Ruedi Graf fällt den Mammutbaum neben dem Werkhof
Forstwerkhof ersetzt Mammutbaum
Förster Ruedi Graf fällt den Mammutbaum neben dem Werkhof
Die Ortsbürger beobachten die Baumfällaktion am Forstwerkhof

Stadtammann Dani Moser übergibt Förster Ruedi Graf die Motorsäge für den Spatenstich

Manuel Hediger

35% des Aargauer Kantonsgebietes ist Wald. Da dieser zu einem grossen Teil den Ortsbürgergemeinden gehört, welche keine Steuern einnehmen, sind die Mittel für die Bewirtschaftung sehr knapp. Insbesondere gehört auch der Unterhalt von Waldstrassen dazu. Beim diesjährigen Waldumgang, bestehend aus sechs Posten, ging es deshalb unter anderem darum, auf die kantonale Volksinitiative «JA für euse Wald» aufmerksam zu machen.

Denn im Gegensatz zu früher lässt sich allein mit dem Verkauf von Holz kein Gewinn mehr erzielen, dazu ist die Konkurrenz im Ausland zu stark. «Jeder will den Wald nutzen, aber wir Bewirtschafter bekommen dafür keine Entschädigung», sagte Oliver Frey, Präsident des Aargauischen Försterverbands und Mitglied des Initiativkomitees. Die Initiative will, dass neu 16 Millionen des kantonalen Budgets dem Wald zufliesst.

43-jähriger Mammutbaum

Das Highlight des Waldumgangs war aber der Spatenstich für den Teilersatzneubau Forstwerkhof auf dem Gemeindegebiet von Riniken. Hier soll ein Kompetenzzentrum Forst heranwachsen. Der feierliche Akt bildete den letzten Posten. Dabei musste der 30 Meter hohe Mammutbaum mit rund eineinhalb Metern Durchmesser direkt neben dem Werkhof dran glauben. Er wurde anlässlich des Erstbaus vor 43 Jahren gepflanzt.

Förster Ruedi Graf brachte die vier bis sechs Kubikmeter Holz unter ohrenbetäubenden Sägelärm und Knallen in einer sorgfältig geplanten Aktion vor den rund 100 Gästen bestehend aus Brugger Ortsbürgern, Stadträten sowie Lieferanten und Kunden des Betriebs zu Fall. Ein Baumstrunk von drei Metern Höhe wird aber belassen, diesen soll künftig ein geschnitztes Firmenlogo zieren. Der Baum musste aus Sicherheitsgründen weg, denn beim bevorstehenden Leitungsbau müsse man an den Wurzeln kratzen, erklärte Betriebsleiter Markus Ottiger.

Das Bauvorhaben entstand, weil der jetzige Werkhof den Ansprüchen des heutigen Personalbestands und dessen Aufgaben nicht mehr genügt. Die bewirtschaftete Fläche hat sich vor gut zwei Jahren auf rund 1600 Hektaren verdoppelt. Und da ein wichtiges Standbein des Betriebs das Angebot von Weiterbildungskursen im Bereich Forstwesen ist, braucht es die entsprechenden Räumlichkeiten. Heute sind auch die sanitären Anlagen nicht mehr tragbar und es gibt praktisch keine Wärmedämmung. Momentan sind die Büroräumlichkeiten noch in der Innenstadt. Da sie jetzt in den Forstwerkhof verlagert werden, wird die Administration näher am eigentlichen Betriebsgeschehen sein.

Budget: 930 000 Franken

Während das Untergeschoss weitgehend gleich bleibt, werden Erdgeschoss und Obergeschoss grundlegend verändert. Es entsteht ein Holzbau, erstellt aus teurem Schweizer Holz. Der neue Forstwerkhof wird etwas mehr Volumen haben als der bisherige. Der Ersatzneubau kostet stolze 930 000 Franken. Der Kanton genehmigte das Bauvorhaben im Mai letzten Jahres. Dafür war eine Ausnahmegenehmigung nötig, liegt doch der Werkhof weit weg von der Bauzone. Die Übergabe des Neubaus vom Bauherr an den Forstbetrieb ist auf den 6. Dezember dieses Jahres angesetzt.