Windisch

Statt Blumen und Wiese, graue Steine: Windischer Einwohnerrätin ärgert sich über neuen Steingarten vor Badi

Nach 39 Jahren präsentiert sich der Eingangsbereich zur Badi Heumatten neu mit Steinen und Palmen. Keine Freude daran hat die CVP-Einwohnerrätin Elsbeth Hofmänner.

Nach 39 Jahren präsentiert sich der Eingangsbereich zur Badi Heumatten neu mit Steinen und Palmen. Keine Freude daran hat die CVP-Einwohnerrätin Elsbeth Hofmänner.

Die Badi Heumatten wurde neu gestaltet, nicht allen gefällt das. Die Gemeinde aber verteidigt den Steingarten.

Steingarten mit Palmen statt Grünrabatte mit Büschen und Pflanzen wie Hibiskus: Angestellte der Gemeinde Windisch haben kürzlich den Eingangs­bereich der Badi Heumatten erneuert. Dafür wurden 14 Tonnen Steine gebraucht, wie Alain- André Eichholzer, Leiter Werkhof, gegenüber der Lokalzeitung «Regional» sagte. Hinter der Idee, den Eingangsbereich nach 39 Jahren neu zu gestalten, stehen die beiden Badmeister Christoph Blum und Markus Hung. Pflegeleichter und optisch freundlicher sollte das Ganze werden. Ausserdem seien die Wildbienen dort zunehmend ein Problem gewesen.

Keine Freude an der neuen «Steinwüste» in Windisch hat CVP-Einwohnerrätin Elsbeth Hofmänner. In einem Leserbrief schreibt sie, dass sich der Einwohnerrat Windisch im Herbst 2018 mehrheitlich für eine Erhöhung der Grünflächenziffer in der mittlerweile rechtsgültigen neuen Bau- und Nutzungsordnung (BNO) ausgesprochen hat.

Schweiz werde immer mehr überbaut und zubetoniert

«Konkret bedeutet dies, dass die Privaten bei einem Neubau in fast allen Bauzonen eine qualitätsvolle Umgebungsgestaltung umsetzen müssen – und dies auf einer anteilmässig grossen Fläche im Verhältnis zur Grundstücksfläche», so Hofmänner, die bei der Stadtverwaltung Brugg seit Jahren als Leiterin der Baupolizei arbeitet. Denn die Schweiz werde immer mehr überbaut und zubetoniert.

«Es braucht unser aller Dazutun, dass Grünflächen und die damit verbundene Tierwelt nicht einfach verschwinden», fährt die CVP-Politikerin fort. In Windisch seien über 200 Naturobjekte wie Feldgehölze, Hecken, Bäume, Tümpel und Aussichtspunkte geschützt. Dass nun zum Leidwesen der Wildbienen bei einem öffentlichen Objekt eine Grünrabatte entsorgt und durch eine leblose Schotterlandschaft ersetzt wird, kann Hofmänner nicht nachvollziehen. Sie will wissen, wer diese Übung verantwortet, was der Steuerzahler zu berappen hat und vor allem, wie sich diese Aktion mit der Vorbildfunktion und Glaubwürdigkeit der öffentlichen Hand vereinbaren lässt.

Einheimische Pflanzen in Töpfen folgen noch

Auf Nachfrage der AZ sagt Gemeindepräsidentin Heidi Ammon (SVP): «Bereichsleitung, Bauamt und Bademeister haben in guter Zusammenarbeit den Eingangsbereich für den Betrieb und die anstehende Sanierungsphase betriebsfreundlich und übersichtlich gestaltet.» Die Unterhaltskosten dafür seien im Budget ausgewiesen und genehmigt worden. Für die Erneuerung des Eingangsbereichs sind 7500 Franken vorgesehen.

In der neuen Rabatte fehlen laut Ammon noch die gestalterischen Elemente. Töpfe mit einheimischen Pflanzen würden noch in den Steingarten gestellt. Zum Überwintern können die Pflanzen mit den Töpfen aus der Rabatte genommen werden. Zuvor seien rechts des Eingangs­bereichs eine Stützmauer aus Betonpflanzsteinen durch eine Holzverbauung ersetzt und eine Hecke bepflanzt worden – quasi als Kompensationsfläche.

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