Effingen
Startschuss für den Ausbau des Schulheims für 15 Millionen Franken

«Heute ist ein wichtiger Tag», sagte Stiftungsratspräsident Ernst Kistler am Montagmorgen zur versammelten Bubenschar, bevor er den Startschuss zum Bau gab. In den nächsten drei Jahren entstehen zwei neue Gruppenhäuser, Schulhaus und Ponystall.

Claudia Meier
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Stiftungsratspräsident Ernst Kistler gibt – zur Freude der Buben – den Startschuss zum Bauvorhaben im Schulheim Effingen.

Stiftungsratspräsident Ernst Kistler gibt – zur Freude der Buben – den Startschuss zum Bauvorhaben im Schulheim Effingen.

Emanuel Freudiger

«Das Areal hier wird in drei Jahren nicht mehr so aussehen.» Nach jahrelanger Planung erfolgte nun der Startschuss zur Sanierung und Erweiterung des Schulheims Effingen. Das Vorhaben umfasst zwei neue Gruppenhäuser, ein neues Schulhaus und einen neuen Ponystall.

Die Baukosten werden rund 15 Millionen Franken betragen. Der Bund soll sich gemäss Gesamtleiter Hans Röthlisberger mit 3 bis 4 Millionen Franken an den Kosten beteiligen. Das Schulheim ist vom Bundesamt für Justiz anerkannt und bietet intern 34 Wohn- und Schulplätze mit einer internen Sonderschule für Knaben im Alter von 7 bis 17 Jahren an.

Aus fast 30 Mitbewerbern wurde das Büro Stoos Architekten AG aus Brugg mit den Planungsarbeiten beauftragt. Maja Stoos erklärte das Vorhaben: «Anstatt überall um- und anzubauen, wollen wir die Häuserstruktur dem Dorfcharakter von Effingen anpassen.» Das bedeutet konkret, dass neben dem bestehenden Gruppenhaus Blau zwei neue Häuser für die Gruppen Rot und Grün entstehen werden. Sobald diese bezugsbereit sind, wird das Knabenhaus neben dem Hauptgebäude abgebrochen. «In der Mitte des Areals entsteht so ein neuer Schulheimdorfplatz», so Stoos.

Die Bauarbeiten erfolgen von der Kantonsstrasse her hangaufwärts. Zuerst entstehen neben der Strasse 45 Parkplätze, davon 15 gedeckt. Dadurch kann das Heimareal während der anschliessenden Bautätigkeit von Fahrzeugen befreit werden.

Unterhalb der bestehenden Scheune wird ab Sommer 2013 ein neuer Ponystall gebaut. Er soll den Islandpferden eine artgerechte Tierhaltung ermöglichen. Auch der Baubeginn der neuen Gruppenhäuser fällt in den Sommer. Gut ein Jahr später werden die Buben vom Knabenhaus in die neuen Gruppenhäuser umziehen. «Das Knabenhaus entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Es ist wichtig, dass die Kinder ein Einzelzimmer haben, in das sie sich zurückziehen können», sagte Gesamtleiter Röthlisberger.

Ab Oktober 2014 ist der Neubau des Schulhauses geplant und wird als Erweiterung der bestehenden Mehrzweckhalle gebaut. Als letzte Bauetappe erfolgt dann der Umbau des bisherigen – zu klein gewordenen – Schulhauses. Das bisher als Schulhaus genutzte markante Hauptgebäude werde mit minimalen Anpassungen zum Empfangs- und Verwalttungsgebäude umgebaut und als erste Anlaufstelle für Kontakte dienen, heisst es im Projektbeschrieb.

Das Schul- und Erziehungsheim wird während der ganzen Bauzeit vollumfänglich in Betrieb bleiben. «Die meisten von euch werden das Ende der Bauarbeiten hier in drei Jahren miterleben», sagte Stiftungsratspräsident Kistler zur versammelten Bubenschar. «Es gibt nicht nur ein Schulhaus, sondern auch einen neuen Sportplatz.» Auf letzteres – so war in ihren Gesichtern zu lesen – freuen sich die Buben ganz besonders. Stiftungsrats-Vizepräsident Mathis Grenacher appellierte im Hinblick auf die Berufswahl an die Jungen: «Bauen ist spannend und aufwendig. Ihr werdet jeden Tag etwas Neues sehen und sicher etwa 20 verschiedene Berufe kennenlernen. Nutzt diese Gelegenheit und fragt die Arbeiter, was sie machen.»

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