Brugg
Stapferschulhaus ist dem Brugger Einwohnerrat lieb und teuer

Der Brugger Einwohnerrat genehmigt den Kredit für die Gesamtsanierung und die Erweiterung des Schulhauses Stapfer und die Erneuerung des Sportplatzes Hallwyler.

Michael Hunziker
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Die Visualisierung zeigt, wie es dereinst im Klassenzimmer im geplanten Erweiterungsbau aussehen wird.

Die Visualisierung zeigt, wie es dereinst im Klassenzimmer im geplanten Erweiterungsbau aussehen wird.

zvg

Für Begeisterungsstürme hat der Betrag von 10,56 Mio. Franken zwar nicht gesorgt. Trotzdem: Die 48 anwesenden Brugger Einwohnerräte – von insgesamt 50 – haben am Freitagabend den Kredit für die Gesamtsanierung und die Erweiterung des Schulhauses Stapfer und die Erneuerung des Sportplatzes Hallwyler mit 32 zu 13 Stimmen angenommen.

Nicht anfreunden mit einer Sanierung in dieser Grössenordnung konnte sich Daniel Zulauf im Namen der SVP. Es könne nicht mit gutem Gewissen Ja gesagt werden. Deshalb werde die Zustimmung zum Kredit verweigert. Seine Partei investiere in Bildung, aber nicht in Beton, sagte Zulauf. Bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage, fügte er an, gelte es vorsichtig umzugehen mit den Geldern der Steuerzahler. Es sei erstaunlich, dass die anderen Parteien die Kosten nicht kritisch hinterfragen.

FDP erwartet tiefere Kosten

Mühe mit den Kosten bekundete ebenfalls Michel Indrizzi (FDP). Diese, so seine Erwartung, sollten gesenkt werden können. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass bei öffentlichen Bauten stets aus dem Vollen geschöpft werde. Grundsätzlich stellte Indrizzi allerdings fest, dass sich die Sanierung des altehrwürdigen Schulhauses Stapfer an der zentralen Lage aufdränge. Das Projekt sei alles in allem gelungen, der Standard gut und auf Luxus werde verzichtet.

Sein Parteikollege Peter Haudenschild ermunterte die Unentschlossenen indes dazu, Nein zu stimmen. Eine Kostensenkung sehe er nicht, die offenen Fragen seien nicht genügend geklärt. Es sei ein schönes Schulhaus, das etwas kosten dürfe. Aber die Zeit für die Sanierung laufe nicht davon.

Keine Luxuslösung

Angelika Curti (CVP) räumte ein, dass es sich nicht um die billigste, aber um eine ansprechende und gute Lösung handle. Mit dem wunderschönen, grosszügigen, repräsentativen und schützenswerten Gebäude sei sorgfältig umzugehen, damit den Bedürfnissen eines modernen Schulbetriebs entsprochen werden könne.

Das Schulhaus Stapfer sei ein Wahrzeichen, auf das die Stadt stolz sein dürfe, pflichtete Rita Boeck (SP) bei. Ein Gebäude mit einer so wichtigen Funktion müsse bestehen bleiben. Eine schöne Hülle und schöne Farbe alleine genügten aber nicht, damit die Ansprüche der nächsten Jahrzehnte erfüllt werden könnten. Dafür brauche es Geld.

Julia Grieder (Grüne) zeigte sich ebenfalls überzeugt, dass nicht mit zu grosser Kelle angerührt wird. Auch wenn die Sanierung teuer scheine, sei wohl allen klar, dass dieses Gebäude nicht einem Neubau weichen soll. «Viel zu fest gehört es zur Stadt.» Das Schulhaus Stapfer sei prägend für das Stadtbild, stand ebenfalls für Markus Lang (GLP) fest. Nach mehr als 100 Jahren sei es einleuchtend, dass mehr als Kosmetik nötig sei. Er sei begeistert vom Siegerprojekt und vertraue der Stadt, dass sie sorgfältig mit den Geldern umgehe. Doris Erhardt (EVP) freute sich, dass auf Unnötiges verzichtet wird, dass die Mängel aber behoben werden und der Heizbedarf im stattlichen Gebäude reduziert werden kann.

In einem nächsten Schritt wird das Stimmvolk am 5. Juni über das Vorhaben entscheiden. Der Urnengang findet statt wegen der Höhe dieser einmaligen Ausgabe.