Brugg

Stadtrat Leo Geissmann hält die Finger auf die Stadtfinanzen

CVP-Stadtrat Leo Geissmann: «Als Verantwortlicher für das Ressort Kultur erhalte ich manchmal auch die Chance, Amt und Freizeit miteinander zu verbinden.»

CVP-Stadtrat Leo Geissmann: «Als Verantwortlicher für das Ressort Kultur erhalte ich manchmal auch die Chance, Amt und Freizeit miteinander zu verbinden.»

Der CVP-Stadtrat sagt, welches in den nächsten zwei Jahren die grössten Brocken sind und was ihn trotz viel Erfahrung doch etwas überrascht hat.

So viel politische Erfahrung wie Leo Geissmann hat kein zweiter im Brugger Stadtrat: Mit der Teilnahme an über 100 Sitzungen im Einwohnerrat und als langjähriges Mitglied der Finanzkommission hatte er sich ein breites Sachwissen erarbeitet. Vor zwei Jahren schaffte er für die CVP den Sprung in die Exekutive. Als Finanz- und Kulturminister erklärt er dem Stadtparlament jeweils ruhig und sachlich das Budget respektive die Rechnung. Dem 62-Jährigen gegenüber sitzt im Rathaussaal seine Tochter Julia Geissmann. Sie politisiert seit dieser Amtsperiode – ebenfalls für die CVP – im Einwohnerrat.

Leo Geissmann erlebt den Stadtrat als konstruktives Team, das die Anliegen der einzelnen Mitglieder ernst nimmt. Auch der Verwaltung windet er ein Kränzchen: «Die Mitarbeitenden erledigen ihre Arbeit mit grossem Einsatz, zuverlässig und zeitgerecht. Meine Fragen und Anregungen fallen auf fruchtbaren Boden, werden aber auch kritisch durchleuchtet und kommentiert.»

Als Mitinhaber einer Informatikfirma kann Geissmann seine Arbeitstage flexibel gestalten. Zusätzlich zum Behördenamt ist es ihm wichtig, dass Familie und Freizeit nicht zu kurz kommen. «Als Verantwortlicher für das Ressort Kultur erhalte ich manchmal auch die Chance, Amt und Freizeit miteinander zu verbinden», sagt der Politiker, der oft an Veranstaltungen anzutreffen ist.

Als Ressortvorsteher Finanzen ist Geissmann dafür verantwortlich, die Eingaben und Anträge für Vorhaben und Beschaffungen auf ihre Notwendigkeit und Finanzverträglichkeit zu hinterfragen. Dies auch in Bereichen, in denen die Stadt für regionale Aufgaben verantwortlich ist. «Im Budgetprozess ist es gelungen, einen Teil dieser Fragestellung an die Abteilungen zu delegieren, die mit ihrem Sachwissen am besten beurteilen können, welche Anliegen dringlich sind und welche hinausgeschoben werden können», nennt Geissmann ein Ergebnis seiner Arbeit. Er ist froh, dass im Budget trotz steigender gebundener Ausgaben ein ausgeglichenes Resultat erzielt wurde.

Koffertage und Hofstatt-Festival

Im kulturellen Bereich konnte die Stadt neue Initiativen zur Belebung der Altstadt unterstützen. Die Koffertage und das Hofstatt-Festival sind Geissmann noch bestens in Erinnerung: «Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung.» Auf die Frage, wo er denn anstehe, meint er mit einem Augenzwinkern: «Ich stehe am Skilift, an der Kasse in der Migros. Auch an der Expo in Milano bin ich angestanden. Ich stehe an, weil ich etwas will, weil ich zuversichtlich bin, dass es sich lohnt, Zeit dafür zu investieren.»

So benötigen auch Projekte in der Stadt ihre Reifezeit. Wichtig ist ihm die Vorwärtsbewegung und die Offenheit, neue Impulse aufzunehmen. In der zweiten Hälfte seiner ersten Amtsperiode liegen noch folgende grössere Themen auf dem Tisch: Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Stapfer, Revision der Bau- und Nutzungsordnung, Planungsprozess für die Zentralisierung der Verwaltung, Fusions-Abklärungen mit der Gemeinde Schinznach-Bad sowie Sicherung der Beiträge an den Campussaal-Betrieb.

Gibt es etwas, das er sich als Stadtrat einfacher vorgestellt hat? «Ich stelle oft fest, dass das Informationsbedürfnis der Bevölkerung und die Möglichkeiten für die Kommunikation aus der Ratsstube auseinanderlaufen», sagt Geissmann. Leider werde nicht immer verstanden, dass interne Prozesse erst nach aussen kommuniziert werden können, wenn konkrete Ergebnisse oder Entscheide vorliegen. «Das hat mich schon etwas überrascht.»

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