Die Brugger Bevölkerung scheint keine Fragen zu haben zur geplanten Fusion mit Schinznach-Bad. Diesen Eindruck vermittelte die Infoveranstaltung vom Dienstagabend. «Haben Sie jetzt Fragen?», will Frau Stadtammann Barbara Horlacher nach ihren Ausführungen wissen und schaut in das Publikum.

Ein Mann streckt die Hand hoch, erkundigt sich danach, was mit dem Verwaltungspersonal von Schinznach-Bad passiert, wenn es zu einer Fusion kommt. Stadtschreiber Yvonne Brescianini gibt Auskunft, sagt, dass die Angestellten von Schinznach-Bad sich bei freiwerdenden Stellen in der Stadt Brugg bewerben können.

Dann will noch ein anderer Anwesender wissen, wie man denn jetzt das Problem bei der Feuerwehr lösen will. Florian Eisenring, Kommandant der Feuerwehr Brugg, sagt: «Wir müssen uns so organisieren, dass es mit den Einsatzzeiten in Schinznach-Bad klappt. Am Anfang wird es eine Herausforderung sein, genügend Leute vor Ort zu haben, aber das lässt sich lösen.»

Weitere Fragen tauchen nicht auf. Nach gut 30 Minuten ist die Veranstaltung vorbei. Davon nahmen Barbara Horlacher und Projektleiter Markus Leimbacher 25 Minuten für die Ausführungen zum Projekt und zum Fusionsvertrag in Anspruch. Im Vorfeld meinte Horlacher noch, dass man der Diskussion genügend Zeit einräumen will, sprach von 30 bis 45 Minuten.

Keine Fragen also aus dem wenig zahlreich aufmarschierten Publikum. Zwischen 60 und 70 Personen haben die Gelegenheit wahrgenommen, sich informieren zu lassen, darunter doch einige Gäste aus Schinznach-Bad, Angestellte der Stadt Brugg und Einwohnerräte.

Es mag verschiedene Erklärungen geben, warum der Anlass kein Strassenfeger war: Womöglich fühlen sich die Stimmberechtigten längst genug informiert, sodass tatsächlich keine Fragen mehr offen sind, oder die Stimmberechtigten haben ihre Meinung längst gebildet. Vielleicht aber auch: Die Brugger interessieren sich schlicht nicht für diese Fusion.

Nach den Zusammenschlüssen mit Lauffohr und Umiken wissen sie, dass eine Fusion sich kaum auf ihr alltägliches Leben auswirkt. Was dieses Desinteresse für den Urnengang vom 4. März bedeutet, ist schwer vorauszusagen.