Brugg

Stadtfest: So hoch ist das Budget

NAB-Regionenleiter Rolf Wolfensberger ist als Letzter zum Kern-OK für das diesjährige Stadtfest Brugg gestossen.

OK-Mitglied Rolf Wolfensberger spricht über seine Sponsorensuche und Herausforderungen bei der Planung.

Das Brugger Stadtfest 2013 genoss Rolf Wolfensberger als Besucher. Vor allem die Holzbeiz Infusion neben dem Stadthaus ist ihm in bester Erinnerung geblieben. Dem damaligen OK und den geschätzten 80'000 bis 100'000 Besuchern ist es zu verdanken, dass beim ersten Stadtfest nach 18 Jahren Pause trotz Wetterpech ein Gewinn von 60'000 Franken resultierte. Die Hälfte dieses Überschusses wurde an die Vereine, an die nicht kommerziellen Organisatoren, ausgeschüttet. Die anderen 30'000 Franken sind für das nächste Brugger Stadtfest zur Seite gelegt worden. Dieser Betrag hat dem neuen OK nun als Startkapital gedient. 

Wolfensberger, der seit Juli 2015 Regionenleiter Brugg bei der Neuen Aargauer Bank (NAB) und beim Stadtfest für das Sponsoring verantwortlich ist, stiess Ende 2017 als Letzter zum Kern-OK. Er war von OK-Präsident Jürg Baur angefragt worden. «Vermutlich hatte sich niemand um das Sponsoring gerissen», sagt der Familienvater und lacht. Früher war der gebürtige Winterthurer während acht Jahren Präsident des Faustballcenters Oberentfelden. In dieser Funktion half er zwar mehrmals im Sponsoring-Bereich mit. Doch mit einer so grossen Sponsoring-Kiste wie für das Brugger Stadtfest habe er noch nie zu tun gehabt. «Das Sponsoring ist primär Beziehungsarbeit», sagt der in Auenstein wohnhafte Banker, der in der Region Brugg bestens vernetzt ist.

Zirka 20 Prozent haben abgesagt

In vielen Gesprächen konnte Wolfensberger eine stattliche Anzahl Sponsoren für Sach- und Barleistungen generieren. Was ihn besonders freut, ist, dass sich die beiden grössten Banken auf dem Platz Brugg, die NAB und die AKB, gemeinsam am Fest beteiligen. «Das ist überhaupt nicht selbstverständlich.» Neben den beiden Patronatspartnern Stadt Brugg und der Energieversorgerin IBB sind es acht Hauptpartner (Sponsoringbetrag 20'000 Franken), zwölf Co-Partner (10'000 Franken), elf Partner (5000 Franken) sowie dreizehn Gönner (ab 1000 Franken). Weitere Gönner sind laut Wolfensberger herzlich willkommen. Sie erhöhen die Prognosesicherheit. Ansonsten ist die Sponsorensuche abgeschlossen.

«Am Anfang habe ich mir die dafür investierten Stunden aufgeschrieben, doch irgendwann gab ich auf», sagt der 54-Jährige. Mit dem Resultat ist er sehr zufrieden. Er habe sehr viel Wohlwollen gegenüber dem sechstägigen Grossanlass erfahren dürfen. Etwa 80 Prozent der angefragten Unternehmen sagten für eine Unterstützung zu.

Das gesamte Budget des Stadtfests, das an zwei Wochenenden (23.–25. August/30. August–1. September) unter dem Motto «Verfärbt» stattfinden wird, beläuft sich netto auf rund eine Million Franken. Etwa ein Drittel des Netto-Budgets sind Sponsoringbeiträge. «Ohne sie könnte das Fest nicht in dieser Dimension durchgeführt werden», hält Wolfensberger fest. Die höchsten Ausgaben müssen für die Infrastruktur wie das Zelt auf dem Eisi und WC-Anlagen, für die Unterhaltung (etwa ein Drittel des Budgets) mit Top Acts wie Luca Hänni und James Gruntz sowie für die Sicherheit (brutto zirka 200'000 Franken) aufgewendet werden.

Das Experiment mit der Festdauer

«Wir sind extrem vorsichtig, dass wir das Budget nicht überstrapazieren. Nur schon für die öV-Anbindung über die A-Welle fallen Kosten von 100'000 Franken an. Damit es nicht zu teuer wird, mussten wir den Rayon begrenzen», fährt der Sponsoring-Chef fort. Festbesucher aus den drei Bezirksgemeinden Bözen, Elfingen und Mandach müssen deshalb einen Teil der öV-Kosten selber tragen. Im Gegensatz zu den genau kalkulierbaren Standgebühren ist es laut Wolfensberger besonders schwierig, die Besucherzahl zu prognostizieren. «Aktuell rechnen wir mit 30'000 zahlenden Festgängern, dazu gehören auch die mit einem 6-Tage-Ppass.»

Im Vergleich zum viertägigen Stadtfest 2013 erscheint die erwartete Gesamtbesucherzahl von 50 000 ziemlich bescheiden. Darauf angesprochen, sagt Wolfensberger: «Es gibt bei diesem Projekt viele unbekannte Faktoren wie das Wetter und das Experiment mit der Festdauer. Wir wissen nicht, wie viele Leute uns an beiden Wochenenden besuchen werden.» Deshalb seien sie sehr bestrebt, am zweiten Wochenende einen sehr bekannten Top Act nach Brugg holen zu können, der als Publikumsmagnet wirkt. Der Name dieser nationalen Grösse soll demnächst bekannt gegeben werden.

Defizitgarantie von 40'000 Franken

Sehr grosszügig zeigt sich laut Rolf Wolfensberger die Stadt Brugg, die Leistungen des Werkdiensts, der Regionalpolizei und der Feuerwehr bis zu einem Gesamtwert von 80'000 Franken trägt. Zudem stellt die Stadt Brugg eine Defizitgarantie von bis zu 40'000 Franken in Aussicht.

Das Kern-OK trifft sich pro Monat etwa zu zwei Sitzungen. Daneben finden viele Absprachen unter Ressortverantwortlichen statt. Für den NAB-Regionenleiter ist es eine tolle Erfahrung, wie alle OK-Mitglieder am gleichen Strick ziehen. «Jeder ist freiwillig dabei und niemand ist ein Profi.» Wolfensberger schätzt auch, dass er durch die OK-Arbeit viele tolle Leute besser kennen lernt.

Ob beim diesjährigen Stadtfest wieder ein Gewinn resultieren wird, hängt laut dem Banker vor allem von den verkauften Eintritten ab. Von jener Grösse also, die sich nur ungenau vorhersagen lässt. Auf jeden Fall würde ein allfälliger Überschuss erneut zur Seite gelegt für das nächste Stadtfest. Dieses soll zukünftig alle sechs Jahre in Brugg stattfinden.

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