«Ohne Helfer kein Stadtfest», sagt der frühere Reallehrer Herbert Meier. Er ist der Erste, der das offizielle gelbe Helfer-T-Shirt trägt. Morgen Dienstagabend werden die freiwilligen Helfer am Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) mit Informationen und voraussichtlich dem Helfer-Shirt versorgt. Während des Stadtfests Brugg stehen sie im Einsatz für den Festpass-Verkauf, Info-Posten und Bühnenumbau sowie für die Administration.

Obwohl Herbert Meier auf der Stadtfest-Website beim OK nicht namentlich erwähnt ist, hat er bei diesem Gremium seit Herbst 2018 eine Stabsstelle inne. «Das OK hat lange niemanden gefunden, der oder die sich um die Helfer-Einsätze kümmern konnte. Dann fragte mich der Nachbar und Festbetrieb-Chef Urs Herzog für diese Aufgabe an und ich sagte zu», sagt Meier. Mit einem Augenzwinkern fügt der 67-Jährige an: «Pensionierte haben nicht nur Power, sondern auch Zeit.»

Und Zeit hat Herbert Meier seit Januar sehr viel investiert in die Suche nach geeigneten Helfern und das Erstellen von ausgeklügelten Einsatzplänen. «Die Helfer sind sehr wichtig. Oft stellen sie den ersten Kontakt zu den Festbesuchern her», betont Herbert Meier. Mit Charme sollten sie den Gästen den Festpass verkaufen, bei Fragen unkompliziert weiterhelfen sowie überall mit anpacken, wo es nötig ist.

Acht Vereine decken ganze Helfer-Blöcke ab

In der Regel dauern die Einsätze vier Stunden und werden mit 10 Franken pro Stunde entschädigt. Neben dem T-Shirt gibts pro Arbeitstag einen Tages-Festpass. Meier stehen für die über 450 Schichten derzeit 220 Helfer zur Verfügung.

Die Helfer lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Da sind einerseits die Individuellen, die sich vielleicht zusammen mit einem Freund oder einer Freundin über die Website angemeldet haben. Auf der anderen Seite gibt es acht Vereine, die ganze Helfer-Blöcke abdecken und dafür pauschal zugunsten der Vereinskasse entschädigt werden. So übernehmen drei Musikvereine die Backstage-Betreuung. Zudem engagieren sich zwei Chöre, zwei Sportvereine und eine Pfadigruppe ebenfalls als Helfer. Einige von ihnen sind auch Teil des Kulturprogramms und treten an einem anderen Tag noch selber auf der Bühne auf.

«Das Verteilen der Nachtschichten lag mir auf dem Magen», sagt Herbert Meier. Der pensionierte Lehrer weiss, dass solche Einsätze nicht bei allen beliebt sind. Er ist sich aber auch bewusst, wie wichtig die Einnahmen aus dem Festpass-Verkauf als drittes Standbein für das Budget sind. Deshalb stehen am ersten Festwochenende 116 Helfer in 58 Schichten à 2 Personen im Verkaufseinsatz. Am zweiten Wochenende werden es noch 100 Verkäufer sein. Die beiden anderen Standbeine beinhalten die Sponsorenbeiträge sowie die Festbeiz-Gebühren.

Für alle Festtage werden noch Reserven gesucht

Für das zweite Wochenende sind noch knapp zehn Helferplätze frei. Springer für kurzfristige Ausfälle sucht Meier nach wie vor für alle Festtage. Interessierte können sich auf www.stadtfest-brugg.ch/helfer anmelden. Im Info-Container auf dem Eisi, wo sich auch das Fundbüro befindet, wird neben den Helfern immer jemand vom OK anwesend sein. «Ich habe den Plausch an der Koordination all dieser Helfer und kann auf ein gutes Team zählen. Doch vor meiner Pensionierung hätte ich diese Aufgabe unmöglich übernehmen können», räumt Herbert Meier ein. Er habe deshalb höchsten Respekt vor den anderen OK-Mitgliedern, die zum Teil nebenberuflich eine Riesenarbeit für das Stadtfest Brugg leisten.

Das BWZ Brugg an der Annerstrasse dient nicht nur als Helfertreffpunkt, sondern auch als Künstlerempfang. Es liegt ausserhalb des Festgeländes und eignet sich gut als Ausgabestelle für die Zufahrtsberechtigungen zu den Konzertbühnen. Meier erinnert daran, dass neben seinen 220 Helfern noch viele weitere während dem Grossanlass im Einsatz stehen werden, sei es in einer Festbeiz oder für das vielfältige Kulturangebot. Dem Helfer-Chef ist es ein grosses Anliegen, die Arbeit all dieser fleissigen Leute zu würdigen: «Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag an das Stadtfest. Das Wertvollste wird die gute Erinnerung sein, die uns alle nach der Rückkehr in den Alltag noch möglichst lange begleiten wird.»