Die Gemeinde Zeihen blickt auf eine unglaublich intensive Bauzeit zurück. «Als ich meine Stelle in Zeihen antrat, hatte das Dorf 978 Einwohner. Die Bevölkerung wuchs um jährlich vier Prozent und somit viermal stärker als im Landesdurchschnitt», sagt der scheidende Bauverwalter.

Der Gemeinderat habe sich diese Wachstumsstrategie zum Ziel gesetzt und so auch bewiesen, dass man eine Gemeinde vorwärtsbringen könne. Ein positiver Effekt sei der Erhalt der Infrastruktur wie Schule oder Dorfladen.

Als Bauverwalter war Schweri ein Generalist, musste er sich doch als Schnittstelle zwischen Gemeinde und Kanton sowie zwischen Gemeinderat und Bauherren mit Architektur, Denkmalschutz, Umweltthemen wie Lärmschutz, Tiefbau, öffentlichen Bauten und der Verwaltungsrechtspflege befassen.

Nachbargemeinden profitierten

Gegen Verrechnung hat Schweri unter anderem auch für die Gemeinden Effingen und Bözen Aufträge wie die Bearbeitung von Baugesuchen und Baukontrollen ausgeführt. Der Effinger Gemeindeammann Andreas Thommen schwärmt: «Als ausgebildeter Raumplaner FH war Schweri für uns der perfekte Mann für die Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Wir haben mit dieser Lösung auch viel Geld gespart.»

Im Moment werden die raumplanerischen Weichen für die Zukunft gestellt. In Zeihen und Effingen läuft das Mitwirkungsverfahren zur Revision der BNO. «Wer sich für die Entwicklung der Gemeinde interessiert, sollte unbedingt mit einer Eingabe Einfluss nehmen», so Schweri.

In Zeihen sind in den letzten Jahren viele Mietwohnungen für Junge gebaut worden; in Effingen werden nun die Grundlagen dafür geschaffen.

Belebte Altstadt in Schaffhausen

Mit dem Wechsel von Zeihen nach Schaffhausen wechselt Schweri in eine neue Liga. «Schaffhausen hat zwar 33-mal mehr Einwohner als Zeihen. Ich habe deshalb aber keinen Grössenwahn und traue mir die neue Aufgabe zu», betont der 34-Jährige. Mit der neuen Stelle als strategischer Projektleiter Stadtentwicklung wird er sich künftig wieder auf die Raumplanung konzentrieren.

Die historische Altstadt von Schaffhausen sei dank der grossen Fussgängerzone sehr belebt und habe eine hohe Aufenthaltsqualität, sagt Schweri zu den Besonderheiten seiner künftigen Wirkungsstätte.

Die Parkplatzproblematik sei aber ein Thema. Die Wohnquartiere liegen bedingt durch die Topografie an erhöhter Lage. Mit einem Schritt sei man in Deutschland. Die Kommunikation und der Einbezug der Bevölkerung werden einen Schwerpunkt seiner neuen Arbeit bilden, fährt Schweri fort.

«Als Bauverwalter hatte ich in Zeihen eine ideale Plattform, in der ich mich weiterentwickeln konnte», bilanziert Schweri. Mit der abnehmenden Bautätigkeit sei diese Stelle nun aber ausgereizt.

Künftig regionale Bauverwaltung?

Die Gemeinde Zeihen konnte Schweris Stelle mangels Interesse nicht besetzen. Der Gemeinderat hat sich daher für die Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Koch und Partner aus Laufenburg entschieden.

Auch die Gemeinde Effingen wird künftig wieder mit einem Ingenieurbüro arbeiten. In der Regel organisieren sich Gemeinden ab zirka 3000 Einwohnern mit einer separaten Bauverwaltungsabteilung.

Deshalb würde eine Bauverwaltungsabteilung nur als regionale Lösung Sinn machen, so Gemeindeschreiber Gianni Profico aus Zeihen. Denkbar sei eine Lösung mit Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen.