Brugg
Stadtammann-Wahlen: Der zweite Wahlgang wirds richten

Von den drei offiziellen Kandidaten schaffte am Sonntag niemand die Wahl zum Brugger Stadtammann. Die beiden verbleibenden Kandidaten Titus Meier (FDP) und Barbara Horlacher (Grüne) im Interview.

Michael Hunziker
Merken
Drucken
Teilen

Es ist spannend geblieben bis zum Schluss, Titus Meier (FDP) und Barbara Horlacher (Grüne) haben sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Für die Wahl als Stadtammann in Brugg hat es am Schluss beiden nicht gereicht. Mit 1348 Stimmen hatte Titus Meier die Nase ganz leicht vorne. Barbara Horlacher kam auf 1319 Stimmen.

Das absolute Mehr betrug 1509 Stimmen. Der Dritte im Bunde, der parteilose Richard Fischer, blieb mit 248 Stimmen chancenlos. Will heissen: Noch ist offen, wer in der Stadt Brugg die Nachfolge von Daniel Moser (FDP) antritt, der sich nach acht Jahren nicht mehr der Wiederwahl als Stadtammann stellt. Am 26. November kommt es zum entscheidenden zweiten Wahlgang.

«Mobilisierung ist alles»

Die Vertreter der FDP versprachen beim Wahlapéro im Rathaussaal am Sonntagabend, noch einmal Vollgas zu geben. Dass es – bei drei Kandidaten – zu einem zweiten Wahlgang kommt, ist für Titus Meier (Video-Interview oben) keine Überraschung. Den Wahlausgang führte er unter anderem zurück auf die eidgenössische Vorlage, die ebenfalls zur Abstimmung stand – und damit auf die Mobilisierung aus dem grünen und linken Lager und der Mitte.

«Das hatte auch Auswirkungen auf die Urne in Brugg», war sich Meier sicher. Diese zusätzliche Mobilisierung, fügte er an, sei beim zweiten Wahlgang im November nicht vorhanden, die Ausgangslage werde eine andere sein, weil es dann lediglich um die Stadtammann- und Einwohnerratswahlen gehe. Entscheidend werde darum sein, die – eigenen – Leute zu mobiliseren. «Daran müssen wir arbeiten», stellte Meier fest. Es gelte die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass die Wahlen wichtig sind, dass der zentrale Entscheid gefällt wird, wer die Stadt zukünftig führt. Kurz: «Mobilisierung ist alles», fasste Meier zusammen.

Knapper Ausgang ist Ansporn

Gute Laune herrschte auch in der Bar im «Odeon». Die strahlende Barbara Horlacher konnte zahlreiche Glückwünsche sowie den einen oder anderen Blumenstrauss entgegennehmen. Das Wahlresultat widerspiegle die unterschiedlichen Leute und Positionen, die es in Brugg gebe, hielt sie fest. Die Kandidaten für das Amt als Brugger Stadtammann, zeigte sie sich überzeugt, hätten die nötigen Qualifikationen mitgebracht.

«Die Wähler konnten aufgrund von Werthaltungen entscheiden, wem sie die Stimme geben wollen und wem sie dieses Amt zutrauen.» Stellt sie sich zur Verfügung für den zweiten Wahlgang? Barbara Horlacher schmunzelt. Sie werde das Resultat erst analysieren und die Situation mit dem Umfeld besprechen. Aber: Der knappe Wahlausgang sowie die positiven Reaktionen aus der Bevölkerung seien Motivation, noch einmal anzutreten, liess sie durchblicken.

Richard Fischer ist nicht erstaunt über das Wahlresultat. Etwas enttäuscht sei er allerdings, gibt er zu. Und zwar darüber, dass sein «Brugger Dialog», den er mit seiner Website lanciert hat, nie so richtig ins Rollen kam, dieses Angebot kaum wahrgenommen wurde.

Das sei schade. Fischer lobt den stets fair geführten Wahlkampf – «dafür möchte ich mich herzlich bedanken» – und freut sich nun auf den zweiten Wahlgang, bei dem es «zu einer echten Ausmarchung kommt». Ob er selber erneut antritt, hat er noch nicht entschieden. Es müssten zuerst die offenen Fragen geklärt und verschiedene Gespräche geführt werden. Kommentar rechts