Eine zentrale Verwaltung samt Stadtbüro, dazu Verkaufsflächen, Büros und rund 55 Wohnungen: Grosses ist vorgesehen mitten in Brugg. Derzeit wird das Mitwirkungsverfahren durchgeführt für den Gestaltungsplan «Alte Post» sowie die Teiländerung des Gestaltungsplans «Annerstrasse».

Am Montagabend haben die Vertreter von Behörde, Verwaltung sowie beteiligten Planungsbüros an einer Informationsveranstaltung während über einer Stunde Red und Antwort gestanden. Rund drei Dutzend Interessierte waren anwesend im Salzhaus.

Das Planungsgebiet weist eine Fläche von fast 5300 Quadratmetern auf. Das Areal zwischen Schulthess-Allee und Annerstrasse befindet sich direkt vor der Altstadt, ist ein Bindeglied zum Bahnhof/Neumarkt. Es handle sich um ein wichtiges Gebiet an einem zentralen, gut erschlossenen Ort, sagte Barbara Horlacher, Stadtammann in Brugg. Jetzt seien die planerischen Grundlagen erarbeitet worden, um einen Beitrag zur Innenentwicklung leisten zu können. Vorgesehen sei ein ausgewogener Nutzungsmix.

Bibliothek könnte integriert werden

Anders ausgedrückt: Es würden nicht nur die Möglichkeiten geschaffen, das Gebiet angemessen zu verdichten, sondern die Achse zwischen Altstadt und Bahnhof/Neumarkt auch städtebaulich aufzuwerten, stellte Barbara Horlacher fest. Für die Verwaltung könnten zeitgemässe Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Vorteile liegen für die Frau Stadtammann auf der Hand: Die interne Zusammenarbeit kann gefördert, Synergien können genutzt und der Raumbedarf optimiert werden.

Die einzelnen Abteilungen sind vorwiegend im Neubau angesiedelt, im Erdgeschoss befindet sich das Stadtbüro. Im Altbau sind unter anderem Besprechungsräume untergebracht. Kurz: Das denkmalgeschützte Gebäude «Alte Post» könne einer adäquaten öffentlichen Nutzung zugeführt werden, fasste Barbara Horlacher zusammen.

Auf den Erhalt der Häuser «Alte Schmitte» sowie «Müller» wird dagegen verzichtet, laut Planungsbericht «zugunsten einer klareren städtebaulichen Gesamtlösung». Der Verwaltungsneubau verfügt über eine Glas-Beton-Fassade und wird über eine verglaste Treppenhalle mit dem Altbau verbunden. Architekt Oliver Majer vom Büro Hornberger Architekten AG aus Zürich sprach von einem offenen, transparenten und übersichtlichen Gebäude. Im Sockelgeschoss der weiteren Neubauten an der Schulthess-Allee werden Dienstleistungsflächen angeboten. Beispielsweise könnte die Stadtbibliothek integriert werden. Das Verwaltungsgebäude sowie die Wohngebäude sind auf verschiedenen Höhen gestaffelt angeordnet.

Die Erschliessung – mit der Einfahrt in die Tiefgarage – erfolgt über die Annerstrasse gegenüber der Gewerbeschule. Barbara Gloor von der Metron Raumentwicklung AG aus Brugg bezeichnete diese Lösung als eine Verbesserung gegenüber früheren Planungen. Denkbar sei dereinst, fügte sie an, die Aufhebung der heutigen öffentlichen Parkplätze an der Schulthess-Allee. Aufgeführt ist diese mögliche Massnahme im Natur- und Landschaftsentwicklungskonzept.

Sitzmauer bildet die Trennlinie

Mit dem Innenhof kann ein zusammenhängender Grünraum geschaffen werden, zeigte Landschaftsarchitekt Stefan Schrämmli auf. Das zentrale Element ist eine verwinkelte Sitzmauer, die eine Trennlinie definiert zwischen öffentlichem und privatem Raum. Fusswege verbinden die Schulthess-Allee mit der Annerstrasse.

Als Vertreter der Bauherrschaft BSS & M Real Estate AG mit Sitz in Zürich äusserte sich Danilo Menegotto erfreut darüber, dass es vorwärtsgeht, dass der «Karren am Laufen gehalten wird». Es gelte, verschiedene Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. «Das ist eine schöne Aufgabe.»

Die Entwürfe des Gestaltungsplans «Alte Post» sowie der Teiländerung des Gestaltungsplans «Annerstrasse» liegen bis 10. April auf in der Abteilung Planung und Bau. Die Unterlagen sind ebenfalls aufgeschaltet auf der Website der Stadt. Verläuft alles reibungslos, könnte die die Genehmigung durch den Kanton im Frühling 2019 erfolgen.