Brugg

Stadt kämpft mit einem Güselsack-Problem in der Altstadt

Donnerstag: In der Storchengasse.

Donnerstag: In der Storchengasse.

Zwei Abfuhren pro Woche – und doch stehen täglich Abfallsäcke auf der Strasse: In der Altstadt stören sie das Stadtbild, in der Vorstadt machen sich Füchse darüber her.

«Die abzuführenden Siedlungsabfälle dürfen frühestens am Vorabend des Abfuhrtages, die Kehrichtsäcke erst am Abfuhrtag bereitgestellt werden» – so steht es im Abfallreglement der Stadt Brugg. Doch ein Blick in die Altstadtgassen zeigt: Längst nicht alle Anwohner halten sich daran. Ob Abfuhrtag oder nicht; irgendwo steht mit Sicherheit ein Kehrichtsack an eine Hausmauer gelehnt.

Die Stadt Brugg kämpft gegen das Problem an: «Wir haben in der Altstadt ein Abfall-Problem, die tagelang herumstehenden Kehrichtsäcke sind einfach nicht schön anzusehen», sagt Mareike Jander vom Stadtbauamt. Immer wieder würden die fehlbaren Bewohner angeschrieben – die Einsicht aber halte sich in Grenzen.

«Manche Menschen sträuben sich, sich an diese Regeln zu halten.» Und das, obwohl die Stadt Brugg mit zwei Abfuhren wöchentlich ihren Einwohnern bereits einen grossen Dienst erweist. Das bestätigt auch Jander: «Ich kenne nicht viele andere Städte, in denen der Abfall zweimal pro Woche eingesammelt wird.»

Das Problem beschränkt sich aber nicht nur auf die Altstadt. Auch in der Vorstadt stellen einige Anwohner ihre Säcke Tage vor dem Abfuhr-
termin auf die Strasse. Das lockt Füchse an, die die Säcke zerreissen und den Abfall durchwühlen.

Busse: 200 bis 300 Franken

Der Stadt bleibt nichts anderes übrig, als die fehlbaren Bewohner zu büssen: Gemäss Abfallreglement ist der Stadtrat befugt, die Herkunft der Abfälle zu kontrollieren und falls nötig die Säcke zu öffnen, um einen Hinweis auf die verantwortliche Person zu finden.

Das werde auch regelmässig gemacht, sagt Jander. Das Problem: Oftmals lässt sich der Abfall keinem Anwohner zuordnen. Und selbst wenn jemand verantwortlich gemacht werden kann, ist damit der Schuldige noch lange nicht gefunden: «Dass tatsächlich die betreffende Person den Abfall auf die Strasse gestellt hat, ist meist schwer nachweisbar.» Trotzdem werde pro Monat etwa eine Busse ausgestellt. Diese bewegt sich jeweils zwischen 200 und 300 Franken.

Container sind keine Lösung

Eine Lösung aus dem Ärmel schütteln kann keiner: «Wenn die städtischen Mitarbeiter die Abfälle wegräumen, damit sie nicht tagelang an der Strasse stehen, stellen die Leute ihre Säcke erst recht zu früh nach draussen», sagt Jander. Auch eine Containerlösung kommt nicht infrage. Die Container müssten beispielsweise beim Eisi aufgestellt werden, weil in der Altstadt kein Platz dafür ist.

Ähnlich sähe die Situation auch bei einem unterirdischen Container aus, der notabene sehr teuer zu stehen käme. «Die Wahrscheinlichkeit, dass wirklich alle Altstadtbewohner ihren Abfall bis zum Eisi hochtragen, ist eher gering», sagt Jander. So werden die Güsel-Säcke wohl oder übel am Strassenrand stehen bleiben.

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