Brugg
Stadt Brugg zeigt sich spendabel und verschenkt 28 Tonnen Streusalz

Der Winter war mild, der Salzvorrat dementsprechend gross. Brugg zeigt sich als erste Stadt im Kanton spendabel und verschenkt heute 28 Tonnen Streusalz.

Claudia Meier
Merken
Drucken
Teilen
Einwohnerratspräsident Jürg Baur (rechts) lässt seinen Salzstreuer von Werkdienstleiter Roger Brogli im Lagerraum auffüllen.MHU

Einwohnerratspräsident Jürg Baur (rechts) lässt seinen Salzstreuer von Werkdienstleiter Roger Brogli im Lagerraum auffüllen.MHU

Nach dem milden Winter sind die Streusalzberge noch fast gleich hoch wie vor einem halben Jahr. Keine andere Gemeinde im Kanton Aargau weiss mit dieser Situation aber so kreativ umzugehen wie die Stadt Brugg. Zum ersten Mal in der jüngeren Stadtgeschichte führt sie eine Aktion durch, von der die ganze Region profitieren kann.

«Von den insgesamt 30 Tonnen Salz, die sich im November im Lager befanden, kamen 2 Tonnen zum Einsatz», sagt Werkdienstleiter Roger Brogli und zeigt auf das Palett mit den vielen Salzsäcken im Lagerraum.

Nur an einem Novemberabend sei der neue Salzstreuer diesen Winter auf den Brugger Strassen unterwegs gewesen, erzählt Brogli und erinnert sich: «Als wir vor 24 Jahren einen neuen Salzstreuer kauften, war der Winter ebenfalls sehr mild und wir mussten das neue Gerät nicht strapazieren.»

Ohne Salz, kein Leben

Wer von der kostenlosen Salz-Verteilaktion profitieren möchte, soll heute Dienstag um 12 Uhr hinter dem Stadthaus Brugg mit seinem leeren Salzstreuer oder einem Vorratsgefäss vorbeikommen. Dort befindet sich die Abfüllstation. Da mit einem grossen Ansturm gerechnet wird, ist pünktliches Erscheinen unerlässlich. Diese einmalige Solidaritätsaktion der Stadt Brugg richtet sich an alle Bewohner und Besucher des Bezirks Brugg. Damit sich die Menschen der Region bei dieser Gelegenheit auch gleich etwas besser kennenlernen, wird ein Apéro serviert. (AZ)

Es hätte aber gerade so gut auch anders kommen können: «Bei einem starken Wintereinbruch benötigen wir bis zu 30 Tonnen Salz pro Woche oder bis zu 5 Tonnen pro Grosseinsatz.»

Mit dem Beginn der Frühlingsarbeiten wird der Platz im Werkhof nun aber knapp. Rasenmäher und andere Gerätschaften für die Arbeit an den Grünanlagen müssen gut zugänglich sein.

Weil da die vielen Salzsäcke nur ein Hindernis bilden, hat Werkdienstleiter Roger Brogli zusammen mit dem höchsten Brugger, Einwohnerratspräsident Jürg Baur, eine Solidaritätsaktion ins Leben gerufen – das Salz soll gratis an die Bewohner des Bezirks Brugg verteilt werden.

Nachhaltige Nachbarschaftshilfe

«Das Streusalz hat durchaus Speisesalzqualität», sagt Roger Brogli. «Was fehlt, ist der Jodzusatz.»

Einwohnerratspräsident Jürg Baur begrüsst diese Aktion: «Es ist wichtig, dass wir uns über die Gemeindegrenzen hinweg aushelfen.

Die regionale Zusammenarbeit wird dadurch nachhaltig gefördert.» Weil Baur von diesem Anlass unter dem Motto «Ohne Salz kein Leben» überzeugt ist, wird er bei der Verteilaktion heute Mittag (siehe Box) auch selber Hand anlegen.

Angesprochen sind also nicht nur die Bruggerinnen und Brugger, sondern alle Bewohner und Besucher der Region Brugg. Für spezielle Bedürfnisse gibt es grössere Salz-Portionen.

«Gemeindeammann Heidi Ammon, die in Windisch ein Kochstudio betreibt, darf schon mit einem grossen Kübel vorbeikommen», bestätigt Baur.

Es gehe auch immer darum, Synergien zu nutzen. So könnten Passanten, die ihre handlichen Salzstreuer auffüllen lassen, gleich zum Suppenzmittag im Pfarrsaal unterhalb der katholischen Kirche St. Nikolaus gehen und dort – bei Bedarf – diskret nachsalzen.