Bisher hat die Asylorganisation Zürich (AOZ) an der Unterwerkstrasse 1235 im Auftrag der Stadt Brugg eine Asylunterkunft betrieben. Laut einer Mitteilung des Gemeinderats Windisch hat der Kanton das Gebäude nun gemietet. Doch weshalb informiert Windisch über eine Asylunterkunft in Brugg?

Reto Wettstein, im Brugger Stadtrat zuständig für das Sozialressort, erklärt: «Wir haben immer gewusst, dass die Unterkunft auf Windischer Boden liegt. Weil die Stadt Brugg die Liegenschaft aber gemietet hat und als kommunale Unterkunft betreiben liess, wurden die Asylplätze ans Brugger Kontingent angerechnet.» Mit der Übernahme durch den Kanton ändert sich dies. «Plätze in einer kantonalen Unterkunft werden ans Kontingent der Standortgemeinde angerechnet», sagt Wettstein.

Er erklärt, nach einer Überprüfung der Situation seien alle Beteiligten im Frühjahr zum Schluss gekommen, dass es besser wäre, wenn die Unterkunft neu vom Kanton betrieben würde. «Der kantonale Sozialdienst hat mehr Ressourcen als die Asylorganisation Zürich, um die Asylbewerber zu betreuen», nennt Wettstein einen Vorteil. Hätte die AOZ selber die Betreuung intensivieren müssen, wären damit auch die Kosten für die Stadt Brugg gestiegen.

Brugg erfüllt Aufnahmepflicht

Doch wie sieht es mit dem Kontingent von Brugg aus – erfüllt die Stadt die kantonalen Vorgaben zur Aufnahme von Asylbewerbern immer noch? «Ja», sagt Stadtrat Wettstein, «das Kontingent liegt bei 21 oder 22 Personen, bisher lagen wir mit 42 Asylbewerbern in Brugg klar darüber.» Mit der Übergabe der Unterkunft an der Unterwerkstrasse an den Kanton gehen 18 Plätze verloren, die nun Windisch zugerechnet werden.

Nach einer sanften Renovation will der kantonale Sozialdienst die Asylunterkunft Mitte Juli wieder eröffnen, wie Balz Bruder, Sprecher des Departements Gesundheit und Soziales, bestätigt. «Damit erfüllt die Gemeinde ihre Aufnahmepflicht nach den heute geltenden, kantonalen Vorgaben», teilt der Gemeinderat Windisch mit. Heute leben acht Asylsuchende in Windisch, künftig werden es deutlich mehr sein, bietet
die Unterkunft an der Unterwerkstrasse doch Platz für 20 Personen.