Windisch

Stabwechsel in der Coronakrise: Rosey Schär wird neue Geschäftsführerin der Stiftung Faro

Aus dem Rekrutierungszentrum in Unterwindisch hat die Stiftung Faro ein Wohnheim gemacht.

Aus dem Rekrutierungszentrum in Unterwindisch hat die Stiftung Faro ein Wohnheim gemacht.

Die Stiftung Faro in Windisch ist in der Notsituation gefordert, Besuche von Angehörigen sind nicht mehr erlaubt. Ab Mai übernimmt Rosey Schär als alleinige Geschäftsführerin.

Während in Pflegeheimen und Spitälern aufgrund der Coronapandemie ein generelles Besuchsverbot gilt, waren Besuche bei der Stiftung Faro in Windisch, wo im Wohnbereich knapp 90 Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen leben, nicht sofort untersagt. Das sorgte bei gewissen Angestellten für Unmut, weil der erforderliche Mindestabstand von zwei Metern oft nicht eingehalten werden kann.

In den letzten Tagen hat die Stiftung Faro die Zutrittsbestimmungen nach den Weisungen von Bund und Kanton laufend verschärft. Seit dem 23.März sind Besuche von Angehörigen untersagt. Das bestätigt Co-Geschäftsführerin Rosey Schär. Am 20. und 21.März gab es bei der Stiftung Faro laut Rosey Schär noch zwei Besuchsanfragen von Angehörigen. Beide wurden aber abgelehnt, weil die Angehörigen keine Selbstdeklaration ausfüllen wollten.

Den Angehörigen wird empfohlen, regelmässig mit den Klienten zu telefonieren sowie Postkarten oder Briefe zu schicken. Als Zeitvertreib haben alle Klienten Zugang zu einem Fernseher.

Eine Mitarbeiterin hat sich mit Coronavirus infiziert

Seit dem Ausbruch der Coronakrise hat sich laut Rosey Schär von den Bewohnern eine Person dazu entschieden, vorübergehend nicht in der Stiftung Faro zu wohnen, um sich von den Angehörigen betreuen zu lassen. Für viele sei das aber gar nicht möglich, weil beispielsweise die Eltern zur Risikogruppe gehörten oder die Beeinträchtigung eine Betreuung zu Hause nicht zulässt.

Bisher ist von der Stiftung Faro eine Mitarbeiterin positiv auf das Coronavirus getestet worden. «Diese Person war die ganze Woche vor dem Ausbruch der Krankheit nicht am Arbeitsplatz», sagt Rosey Schär. Bei den Faro-Bewohnern gibt es bisher keine Fälle mit einem positiven Corona-Testresultat.

Co-Geschäftsführer Dani Hohler geht in Pension

Die Stiftung Faro wurde im April 2013 in Windisch gegründet. Nach sieben Jahren Aufbauarbeit geht Co-Geschäftsführer Dani Hohler Ende April in den Ruhestand. Hohler war der Mann der ersten Stunde in der Stiftung Faro. Als damaliger alleiniger Geschäftsführer habe er innert kürzester Zeit eine Grundstruktur für eine funktionierende Einrichtung aufgebaut, schreibt die Stiftung in einer Pressemitteilung. Seit November 2016 liegt die Verantwortung für die Geschäftsführung bei den beiden Co-Leitern Dani Hohler und Rosey Schär.

Unter der gemeinsamen Leitung wurden drei neue Standorte in Windisch aufgebaut: Zirka 190 Mitarbeitende begleiten und betreuen die knapp 90 Personen im Wohnheim Sternbild, im Wohnzentrum Spitzmatt und an zwei kleineren Standorten sowie 120 Personen in geschützten Arbeitsplätzen, die zu einem grossen Teil untergebracht sind in einer ehemaligen Industriehalle an der Bachmattstrasse.

Als alleinige Nachfolgerin von Dani Hohler und neue Geschäftsführerin der Stiftung Faro hat der Stiftungsrat die derzeitige Co-Geschäftsführerin Rosey Schär gewählt. «Sie war bereits seit der Gründung massgeblich mitverantwortlich für den Aufbau der Stiftung. Ihre fundierten Fachkenntnisse haben dazu geführt, dass sich die Stiftung innerhalb weniger Jahre im Kanton Aargau als ein wichtiger Partner für die Betreuung von Menschen mit sehr herausforderndem Verhalten etabliert hat», heisst es in der Mitteilung. Schär werde ihre zukünftige Aufgabe mit grossem Fachwissen, viel Erfahrung und Charme in Angriff nehmen und die Stiftung Faro erfolgreich in die Zukunft führen.

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