Berufung
Staatsanwaltschaft fordert Verwahrung für den Mörder von Riniken

Ein heute 45-jähriger Kosovare erschoss vor vier Jahren in Riniken seine Frau auf offener Strasse. Die vom Bezirksgericht Brugg gesprochenen 20 Jahre Haft sind der Staatsanwaltschaft zu wenig. Sie fordert lebenslängliche Haft und die Verwahrung.

Robert Benz
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Ein öffentlicher Tatort: An der Bushaltestelle in Riniken erschoss Afrim M. 2009 seine Ehefrau.

Ein öffentlicher Tatort: An der Bushaltestelle in Riniken erschoss Afrim M. 2009 seine Ehefrau.

Aline Wüst

«Das Urteil ist sehr weit weg von dem, was die Staatsanwaltschaft am Bezirksgericht forderte», sagt Elisabeth Strebel, Mediensprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft. Die Voraussetzungen für eine Verwahrung seien gegeben, da der Täter einen Mord begangen habe.

Aufgrund der Persönlichkeitsmerkmale, den Tat- und Lebensumständen, sei zu erwarten, dass der Täter wieder ein Delikt begehe. Laut Staatsanwalt sei die Rückfallgefahr gross. Deshalb müsse Afrim M. verwahrt werden.

Laut der Anklage hatte sich der Mord in Riniken so zugetragen: Afrim M. lauerte an der Postauto-Haltestelle seiner Frau auf und schoss sie daraufhin mit einer Pistole nieder. Er gab vier gezielte Schüsse auf sie ab.

Als seine Frau am Boden lag, habe er sich über sie gestellt und noch einmal abgedrückt. All dies während weitere Personen an der Bushaltestelle zugegen waren.

Der Angeklagte schilderte vor Gericht eine andere Version. Er sei zufällig zur Haltestelle gekommen. Seine Frau habe ihn dort beleidigt und gedroht, ihn verhaften zu lassen. Daraufhin hätte er nicht mehr klar denken können. Die Tat könne er sich nicht erklären.

Am 24. April 2013, vier Jahre nach der Tat, verurteilte das Bezirksgericht Brugg Afrim M. wegen Mordes, Gefährdung des Lebens und Vergehen gegen das Waffengesetz zu 20 Jahren Freiheitsstrafe. Nun gelangt der Fall vor das Aargauer Obergericht.