Gesetz
Staatsanwalt: Die Nähe zur Kantonspolizei ist entscheidend

Sie sind die Speerspitze unseres Rechtsstaates. Nun hat die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach zu einem Rundgang mit spannenden Einblicken geladen.

Marc Reinhard
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Die versammelte Staatanwaltschaft zieht von jetzt an Straftäter vom Wildischachen aus diskret und effizient zur Rechenschaft. Marc Reinhard

Die versammelte Staatanwaltschaft zieht von jetzt an Straftäter vom Wildischachen aus diskret und effizient zur Rechenschaft. Marc Reinhard

Noch sind die zwei obersten Stockwerke nur teilweise besetzt. Das wird sich aber bis spätestens Ende 2012 ändern. Nach und nach ziehen jetzt die Strafverfolgungsbehörden aus den Kreisen Zurzach und Brugg im Wildischachen zusammen und operieren dann von einem Ort aus.

Damit werden dereinst 30 Mitglieder dieser Behörden im Wildischachen arbeiten. Die Nähe zu jenen Behörden, welche die Strafverfolgungen in den meisten Fällen auslösen, also der Kantonspolizei und dem Grenzwachtkorps im selben Haus, ist ausschlaggebend. Die «Züglete» betrifft vor allem den Standort Zurzach.

Strafantrag in 48 Stunden

Staatsanwältin Nicole Burger bringt es auf den Punkt: «Mit der neuen Strafprozessordnung haben wir 48 Stunden Zeit, einen korrekten Strafantrag zu stellen. Angefangen beim Polizei-Rapport müssen innerhalb dieser Zeit zahlreiche Amtshandlungen gesetzlich einwandfrei vollzogen werden.» Das sei eine Herausforderung und dies bedinge, dass man rasch und eng vernetzt sei.

Die physische Nähe zur Polizei sei da klar von Vorteil. Der räumliche Zusammenschluss der Staatsanwaltschaften von Brugg und Zurzach ist zwar bereits seit Anfang Jahr offiziell, «aber», wie der leitende Staatsanwalt Sandro Rossi erklärt, «wir hatten bisher einfach nicht die Gelegenheit, uns einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.»

Enge Zusammenarbeit wichtig

Mit Apéro, einem Rundgang mit spannenden Einblicken und Erläuterungen hat die Staatsanwaltschaft dies nun nachgeholt. Vor Gästen aus Presse und Politik zeigte Rossi die Entwicklung der offenen Fälle auf. Diese seien im Rahmen der systembedingten Neuerungen in den Frühlingsmonaten zurückgegangen.

Jetzt erhole sich die Kurve wieder, aktuell führe man rund 620 offene Fälle. Landammann Urs Hoffmann freute sich in kurzen Worten über den Einsatz und die Motivation der Mitarbeiter, auf die neue Strafprozessordnung umzustellen. Auch er betonte den neuen Standortvorteil im Kapo-Haus. Frank Gantner, einer der Stellvertreter des leitenden Staatsanwalts erklärte, warum der rasche Strafbefehl als Instrument ein «Segen» sei: «Die Verfahren können so schnell und diskret behandelt werden. «Das ist auch im Interesse des Täters».

Verkehr, Drogen, Gewalt

Womit beschäftigt sich die Staatanwaltschaft Brugg-Zurzach vorderhand? «Die grossen Autobahnen sind ebenso ‹hot spots›, wie die nahe Grenze und die üblichen neuralgischen Punkte wie Jugendtreffs und Bahnhöfe», sagt Sandro Rossi. Verkehrsdelikte, Drogenhandel und Gewalt führen die Statistik an. «Wir wollen Missetäter möglichst rasch aus dem Verkehr ziehen, deshalb führen wir Befragungen zumeist hier im Haus selbst durch.» Die Staatsanwaltschaft besitzt zwei Einvernahmeräume im Gebäude.

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