Engpass
Spielzeughändler im Bezirk Brugg erleben Corona-Verkaufsboom: Gibt es bald keine Puzzles mehr?

Die Spielzeughändler in der Region erleben die Pandemie als Verkaufsboom. Dieser wirkt sich auf das Weihnachtsgeschäft aus. Nun gibt es bei der Belieferung der Spielwarengeschäfte gar Engpässe.

Katja Gribi
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Volle Spielwarenregale wie bei der Amsler Spielwaren AG gehören im Weihnachtsverkauf zum gewohnten Bild. (Bild: 4. Oktober 2017)

Volle Spielwarenregale wie bei der Amsler Spielwaren AG gehören im Weihnachtsverkauf zum gewohnten Bild. (Bild: 4. Oktober 2017)

Michael Hunziker

Weihnachten steht wieder vor der Tür. In dieser Woche tätigen die Menschen vermehrt Einkäufe, die Tradition der Weihnachtsgeschenke macht sich bemerkbar. Die vielen Spielzeuge, die derzeit überall in den Schaufenstern zu sehen sind, sorgen für leuchtende Kinderaugen.

Was die wenigsten wissen: Wegen der Coronakrise gibt es in der Belieferung der Spielwarengeschäfte Engpässe. «Momentan werden Bestellungen nicht mehr angenommen», erzählt Marcel Amsler, Geschäftsleiter der Amsler Spielwaren AG. «Im Lockdown waren Beschäftigungsprodukte wie Puzzles und Bastelsachen sehr gefragt. Nun haben die Hersteller von diesen Produkten keine Waren mehr. Die letzte Lego-Bestellung konnten wir beispielsweise im Oktober aufgeben.»

Coronakrise verursacht Mehraufwand

Dass die Coronakrise Auswirkungen auf die Spielwarenbranche hat, berichtete auch Carmen Muheim, Leiterin des Verkaufsladens der Constri AG in Schinznach, gegenüber Tele M1: «Man merkt, dass die Menschen mehr Zeit zuhause verbringen und somit die Sachen, die zusammen gespielt werden können, beliebter sind.» Auch im Shop des BEA-­Verlags in Brugg ist die Pandemie spürbar, wie Vertriebsleiter Oliver Markaj verrät. «Wir haben letztes Jahr unseren Onlineshop neu eingerichtet und damit den Nerv zum genau richtigen Zeitpunkt getroffen. Der Trend dahin war schon seit längerem ersichtlich, die Coronakrise hat dies nun bestätigt.»

Dass die Spielwarenbranche in der Krise vergleichsweise glimpflich davonkommt, darin sind sich die Händler einig. Dennoch müssen auch sie Probleme bewältigen, die vor allem durch die Planungsunsicherheit und den Mehraufwand des Bestellvorgangs entstehen. «Wir haben generell viel mehr Aufwand.

Da die Lieferanten an Waren ausgeschossen sind, müssen unsere Bestellungen früher raus. Die Produkte, die jetzt verkauft werden, mussten wir bereits im Mai bestellen», erzählt Marcel Amsler. «Es ist und bleibt eine Herausforderung, genau das zu liefern, was sich die Kinder zu Weihnachten wünschen. Kinder sind in ihren Wünschen weniger flexibel als Erwachsene. Da muss es genau die gewünschte Seriennummer sein, die unter dem Weihnachtsbaum liegen soll.»

«Weihnachten kann nicht verschoben werden»

Trotzdem seien die vom Bund auferlegten Massnahmen schwer umzusetzen und mit zusätzlichen Kosten verbunden, lässt Oliver Markaj verlauten: «Das Geschäft ist aufgrund der übertriebenen Regulierungsdichte und den daraus resultierenden Kosten schwierig geworden. Zudem werden ausländische Händler durch tiefe Portokosten zu stark gefördert»

Trotz Lieferengpässen und erschwerter Bedingungen läuft das Weihnachtsgeschäft aber wie gewohnt. «Wir sind jedenfalls gespannt, was am Freitag entschieden wird. Eines ist sicher: Der Bund kann Weihnachten nicht verschieben. Wer also Geschenke kaufen will, sollte sich dieses Jahr frühzeitig darum kümmern», hält Amsler fest.