Villnachern
Spezialwoche: Die Schüler sind im Spielrausch

In Villnachern hat die Primarschule mitsamt Kindergarten die Spezialwoche «Spielend lernen» durchgeführt. Die Bevölkerung war zum Bauen einer Dominobahn eingeladen.

Irene Hung-König
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Spezialwoche Schule Villnachern
9 Bilder
Hier wird ein Wimmelbild ausgemalt.
Spielen macht durstig - die Kinder holen sich ihren Sirup ab.
Eine Lehrerin spielt mit den Mädchen das Mühlespiel.
In der Festwirtschaft geniessen Kinder mit ihren Eltern Wurst und Brot.
Beim Spiel Bamboleo ist Geschicklichkeit gefragt.
Behutsam werden weisse und farbige Dominosteine aneinandergereiht.
Hier wird das Schulfoto als Puzzle zusammengesetzt.
Die Fünftklässler Robin (links) und Timo versuchen, die grosse Wippe ins Gleichgewicht zu bringen.

Spezialwoche Schule Villnachern

Irene Hung-König

Giftgrün und pink lagen die Dominosteine auf einem Tablett auf dem Pausenplatz bereit. Das Ziel: die grosse Dominobahn in der Turnhalle erstellen, um sie am Freitagmorgen starten zu lassen. Zur «Begegnungs- und Spielzeit» hatte die Schule Villnachern auch die Dorfbevölkerung eingeladen, nebst Gotti, Götti, Eltern und Grosseltern.

Zum Mühlespiel, Wimmelbild ausmalen, Puzzlespiel oder dem Geschicklichkeitsspiel «Bamboleo», bei dem Holzfiguren auf einer Scheibe im Gleichgewicht sein müssen, versammelten sich in erster Linie die Kinder mit ihren Eltern. In der Turnhalle sah man Gross und Klein am Boden sitzen und mit ruhiger Hand die Dominosteine aneinanderreihen. «30'000 Dominosteine sind es, die hier gemeinsam verbaut werden können», erklärte Christine Simon von der Schuladministration.

Beziehungen quer durch Schule

Ab Dienstag waren die 159 Kinder spielerisch unterwegs. Nach einem Block in der Klasse mit Konzentrationsspielen wurden die Schülerinnen und Schüler in sogenannten Lernlandschaften klassenübergreifend gemischt.

So hantierten beispielsweise Dritt- und Viertklässler zusammen: Auf dem Schwebebalken standen fünf Kinder, die beiden auf den äussersten Positionen mussten ihre Plätze tauschen. «Das Ganze kennt man auch aus der Erwachsenenbildung. Man muss miteinander kommunizieren, um weiterzukommen», sagte Fünftklasslehrer Stephen Nutter.

Ziel der Spezialwoche sei, als gesamte Schule im Spiel oder spielerisch zu lernen. Aber auch Beziehungen quer durch die Schule entstehen zu lassen. Mit Kappla, Legos in verschiedenen Grössen oder 1000 Plastikbechern stellten die Kinder ihre Geschicklichkeit unter Beweis.

Schon vor der Spezialwoche angegangen wurde das Götti-Gotti-Projekt. Ein älteres Kind wurde einem jüngeren Schüler als Götti oder Gotti zugewiesen. Im Gespräch fanden die Paare heraus, welches ihre Gemeinsamkeiten in Bezug auf Hobbys oder Lieblingsessen sind. «Die Schülerinnen und Schüler sollten einmal während der Spezialwoche bei ihrem Gotti- oder Göttikind nachfragen, was es in der Woche alles erlebt hat», so Stephen Nutter. Verantwortung tragen, ein fürsorgliches Miteinander pflegen, so lautete ein weiteres Ziel. Den Fünftklässlern Timo und Robin hat die Spezialwoche Spass gemacht. «Die vielen unterschiedlichen Sachen waren toll», sagten die beiden, während sie versuchten, die Wippe ins Gleichgewicht zu bringen. Sie erwähnten das Kooperationsspiel «Spinnennetz», bei dem die Kinder mit dem ganzen Körper durch die Maschen steigen mussten.

Mit Senioren gejasst

Und das Jassen: Am Donnerstagmorgen klopften die Fünft- und Sechstklässler mit Senioren einen Jass. «Ich habe zweimal gewonnen», sagte Neuspieler Timo stolz. Robin konnte seine vor drei Jahren erworbenen Jasskenntnisse auffrischen.

Dass die rund 12 Seniorinnen und Senioren am Donnerstagmorgen Zeit hätten, wusste Christine Simon: «Sie turnen immer zu dieser Zeit, da haben wir sie einfach angefragt.»

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