Die finanzielle Lage von Villnachern ist angespannt. Der Gemeinderat will deshalb ein grösseres Sparpaket schnüren. In verschiedenen Varianten zeigt er auf, wie die Situation auf längere Zeit – zum Teil mit einschneidenden Massnahmen – verbessert werden kann, damit der Handlungsspielraum für die Gemeinde gewährleistet bleibt, die Gefahr einer Überschuldung gebannt wird und auch künftig Investitionen getätigt werden können.

Zur Diskussion steht unter anderem die Schliessung des Schwimmbads ab 2020. An der Gemeindeversammlung im November hielt der Gemeinderat fest, dass er sich der Emotionalität des Themas bewusst sei. Die Schliessung werde aus diesem Grund nicht priorisiert. Im gleichen Atemzug gab die Behörde aber zu bedenken, dass die Badi – trotz ihrer Beliebtheit bei der Bevölkerung – die Gemeinde jährlich rund 100 000 Franken kostet, was etwa 3 Steuerprozenten entspricht. Die Ankündigung führte denn auch zu einigen Voten. Die einen bezeichneten den Schritt als unangemessen, andere stellten die Frage, warum der Betrieb aus Spargründen nicht sofort eingestellt wird.

Verlust für das Familiendorf

Wie es mit der Badi weitergeht, ist nach wie vor offen. Bekannt sei lediglich, dass der Betrieb auf der Waage stehe, sagt Beat Buchle, Gemeinderat und Präsident der Interessengemeinschaft Badi Villnachern mit rund 120 Mitgliedern. Buchle macht keinen Hehl daraus, dass er sich persönlich natürlich für einen Erhalt einsetzt. Denn das Familiendorf Villnachern kann er sich ohne Badi nicht vorstellen.

An einer der nächsten Vorstandssitzungen der Interessengemeinschaft werde den Fragen rund um die Zukunft des Schwimmbads nachgegangen und es werde abklärt, wie die – hohen – jährlichen Ausgaben in den Griff zu bekommen sind oder wie und wo Gelder zur Unterstützung aufgetrieben werden könnten, fährt Buchle fort. Es seien einige Möglichkeiten denkbar wie: Verpachtung; Zusammenarbeit mit anderen Badis oder Sponsoren; reduzierter Betrieb, allenfalls ohne Badmeister. In die Überlegungen einbezogen werden müssten weitere Punkte wie der Standort, die Kosten für einen Rückbau, der kulturelle Ausgleich oder eine Sanierung.

Harte Diskussionen erwartet

«Wichtig ist», fügt Buchle an, «dass alle Mitglieder mit dem Vorstand zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden.» Er ist sich im Klaren, dass es Badi-Gegner gibt. Allerdings: «Wir alle wissen: Wird die Badi einmal geschlossen, kann sie nie mehr geöffnet werden, wie anno dazumal in Umiken.»

Auf jeden Fall werde es gute und harte Diskussionen brauchen, stellt Buchle fest. «Wir von der IG Badi freuen uns auf interessante Gespräche mit der Bevölkerung zum Erhalt der Badi.»