Brugg

Sparbemühungen des Kinderheims zeigen erste Wirkung – Erweiterung steht an

Über 132 Plätze verfügt das Kinderheim Brugg.

Über 132 Plätze verfügt das Kinderheim Brugg.

Für das Kinderheim Brugg lief es im Jahr 2019 finanziell wieder besser. Nun steht auch eine Erweiterung steht an.

Das Geschäftsjahr 2019 konnte mit einem Plus abgeschlossen werden. In den vergangenen Jahren resultierte häufig ein Defizit. Der Gewinn von 547'252 Franken fliesst in den Rücklagefonds, der künftige Defizite auffangen soll. So dürfte sich die Coronakrise negativ auf das nächste Ergebnis auswirken.

Der Betriebsertrag belief sich im Jahr 2019 auf 14,6 Mio. Franken, die Personalkosten auf 11,3 Mio. Franken und der Sachaufwand auf 2,5 Mio. Franken. «Insgesamt fiel die Auslastung ausgesprochen gut aus. In den Leistungsbereichen Tagessonderschule, Aussenwohngruppe, Notfallgruppe, Schulheim und Wohnen lagen wir über der angestrebten Normauslastung», sagte Stiftungsratspräsident Thomas Wymann gestern an einer Medienorientierung.

Neue Wohngruppe in Kaiseraugst eröffnet

Übernommen hat das Kinderheim Brugg 2019 das Pfarrhaus in Kaiseraugst. Hier wurde die Wohngruppe Rhyblick eröffnet. Die Kinder gehen im Stift Olsberg zur Schule. Geschaffen wurden im Fricktal zudem sechs Tagessonderschulplätze. Insgesamt verfügt das Kinderheim Brugg über 132 Plätze. 175 Mitarbeitende (130 Vollzeitstellen) kümmern sich um die Kinder.

Wirtschaftlich lief es dem Kinderheim Brugg, zu dem auch der Stift Olsberg im Fricktal gehört, gut. Die andere Seite der Medaille: Viele Kinder mussten eine schwere Zeit durchmachen. Denn hinter jedem Platz, der belegt ist, steckt ein Einzelschicksal. Das gilt insbesondere auch für die Notfallgruppe Sternschnuppe, die Anfang 2019 noch wenig genutzt wurde. Kontinuierlich stieg die Nachfrage aber an. So wurden in einem Fall drei Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren vom Obergericht innert kürzester Zeit in Brugg platziert, wie Rolf von Moos, Gesamtleiter der Kinderheims Brugg erzählte.

Er wird in der Institution bald eine neue Aufgabe haben. Künftig wird eine fünfköpfige Geschäftsleitung die Geschicke des Kinderheims bestimmen, von Moos wird Vorsitzender der Geschäftsleitung. Nötig wird diese Umstrukturierung im oberen Kader, weil per 1. August die operative Leitung von Family Network als neues Angebot des Kinderheims Brugg dazustösst. Der Sitz des heutigen Vereins befindet sich in Zofingen. Zurzeit kümmern sich 60 bis 65 Pflegefamilien um Kinder, die ihnen vermittelt werden. «So können wir dem Kanton und den Kindern eine Möglichkeit mehr anbieten», sagte Wymann an der Pressekonferenz. «Wir müssen uns stets weiterentwickeln und aktuell sein.»

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