Wo wird heutzutage nicht gespart? Am «Set» in der Mehrzweckhalle suchen Regisseur André Keller und sein Kameramann einen Weg, um mit wenigen Mitteln einen Film zu drehen. Die Regie atmet auf: Zum Glück erklärt sich das Publikum bereit, die Statisten zu machen und für Hintergrundgeräusche des Films zu sorgen.

Dafür klopft es beispielsweise fleissig mit den Fingern auf den Tisch, um Regen prasseln zu lassen oder mit einem kräftigen «Jööööö» oder «Oooooh» das Geschehen zu unterlegen. Auch zwei Hauptdarsteller – aus den Reihen der Musikgesellschaft Hausen – sind schnell gefunden und bekommen «Backstage» ihre Anweisungen. Der Filmproduktion steht nichts mehr im Wege. Und für die Filmmusik ist natürlich das Orchester der MGH zuständig.

Ausschnitt aus dem Konzert der Musikgesellschaft Hausen

Ausschnitt aus dem Konzert der Musikgesellschaft Hausen

Auf der Suche nach Harmonie

«Raiders March», die Filmmusik von «Indiana Jones», verspricht dem Publikum von Beginn an einen abenteuerlichen Filmabend. Es geht um das Abenteuer der Liebe zwischen «Musicman» und «Harmonie», gespielt von Kerim Köseoglu und Vivien Studerus. Das Liebespaar ist nur kurze Zeit zusammen, als sich Harmonie aus dem Staub und Musicman auf die Suche nach ihr macht.

Sie taucht unter zwischen den Musikerinnen und Musikern, Musicman findet sie und wirbt mit einer roten Rose herzerweichend um sie. Doch Dirigentin Ramona Welti verteidigt «ihre» Harmonie und will sie nicht hergeben. Es kommt zum Streit. Wen wunderts? Was wäre ein Orchester ohne Harmonie? Als sich Musicman dann auch unter die Musiker der MGH begibt, wird alles gut und läuft rund – bis gemeine Piraten auftauchen und Harmonie erneut entführen.

Mit dem Musikstück «Pirates of the Caribbean» wird es actionreich, turbulent und spannend. Und wie im Film, ist es auch in der Mehrzweckhalle: Wenn es spannend wird, gibt es eine Pause. Statt Werbung gibts für die einsatzfreudigen Statisten und alle Akteure rund um das «Set» Zeit, um sich zu stärken und ihr Glück im Spiel um die verlockenden Tombolapreise zu versuchen.

Der Dreh läuft unaufhaltsam weiter und «Pink Panther», der rosarote Panther, kommt – wie denn sonst – im rosa Kostüm auf die Bühne. Auch Dirigentin Welti hat sich mit ihrer pinkfarbenen Perücke hübsch gemacht und wirbelt den Dirigentenstock hin und her, um der spritzigen Gaunerkomödie das gewisse Etwas zu verleihen. Dem Publikum gefällts und es applaudiert kräftig.

Spannung, Spass und Happy End

Die Suche nach Harmonie geht unaufhaltsam weiter und zum Glück kommt dem Musicman ein guter Freund zu Hilfe. In einer tristen Bar stossen sie auf drei Männer. Hanni Lüscher spielt dazu souverän die bekannte Zither-Ballade «Der dritte Mann» unter sanfter Begleitung des Blasorchesters und zieht damit das Publikum in ihren Bann.

Nun wird es höchste Zeit für ein Happy End – Harmonie muss endlich gefunden werden. In einem Verlies stösst Musicman auf die Vermisste und nimmt sie letzten Endes glücklich in die Arme. Dieses «Junge Glück», wie der Film dann heisst, wird blitzschnell von Kameramann Marvin Rohr geschnitten und bei der Zugabe des MGH gezeigt. Das Endprodukt kann sich sehen lassen. Ob es dafür einen Oscar gibt, wird sich zeigen.