Mit der Schweizer Alphornistin Eliana Burki und der finnischen Sängerin Karoliina Kantelinen bringt das Paul Taylor Orchestra eine besondere musikalische Begegnung auf die Konzertbühne. Der finnische Joik – entfernt vergleichbar mit dem Jodel – trifft auf Alphornklänge. Es sind neue Wege, die der Amerikaner Paul Taylor (musikalischer Leiter, Dirigent und Arrangeur) mit den jungen Musikern des klassischen Ensembles beschreitet.

Begleitet werden Burki und Kantelinen von den Perkussionisten Florian Reichle und Lukas Mantel. Dadurch entsteht eine faszinierende Mischung aus Klassik, traditioneller Musik und improvisierten Stücken der Gegenwart. Das Konzert «Alphorn & Nordic Winds» wird umrahmt mit dem Konzert für Alphorn und Orchester von Carl Rütti und vom Concerto Grosso des finnischen Folk-Komponisten Timo Alakotila.

Karoliina Kantelinen bei einer Probe mit Paul Taylor Orchestra.

Vergangenheit vermischt sich mit Gegenwart

Die Veranstaltung, die im Singsaal des Stapferschulhauses in Brugg stattfindet, dient gleich auch zur CD-Taufe, auf die Paul Taylor besonders stolz ist. Dank dem Plattenvertrag mit dem Label Solo Mucisa in München ist gleich eine Doppel-CD entstanden.

Die Sopranistin und Spezialistin für Alt-Karelisches Liedergut Karoliina Kantelinen beherrscht nicht nur den Runengesang und Joiks, für die vor allem die Saamen bekannt sind. Ihr Gesang ist kräftig und zart zugleich und ruft die unterschiedlichsten Gefühle hervor. Sie unterrichtet an der Universität Helsinki in der Abteilung Ethnomusik. Sie ist auch Mitglied der Ethno-Pop-Gruppe Värttinä. Karoliina Kantelinen schafft es, alte Volkstraditionen zu pflegen und gleichzeitig einen neuen stilistischen Zugriff auf diese Musik zu finden.

Mal etwas Neues fürs Ohr: Karoliina Kantelinen mit «Soittelen soutusalmen suorimaista».

Idee entstand an Openair

Ganz ähnlich verhält es sich mit der zweiten Künstlerin. Eliana Burki. Sie dürfte mittlerweile die bekannteste Alphornistin der Schweiz sein. Die 31-jährige, mittlerweile weltbekannte, Solothurnerin spielt mit dem traditionellen Instrument nicht Volksmusik, sondern Jazz, Blues und auch Klassik. Unterdessen lebt sie in Los Angeles, und wurde im Juni 2012 vom renommierten kalifornischen Musiklabel Surfdog unter Vertrag genommen. 2013 erhielt sie zudem den Prix Walo in der Sparte Jazz/Blues/World Music. «Mit Eliana Burki fand ich die ideale Alphornistin, die sowohl klassisch spielen, als auch rhythmisch sicher, klangschön und jazzig improvisieren kann», schwärmt Paul Wegman Taylor im Editorial zum Konzert.

Die Idee, nordischen Gesang mit Alphornklängen zusammen zu bringen hatte er schon vor längerer Zeit. 1999 besuchte Wegman Taylor ein finnisches Openair, wo die finnisch-schwedische Gruppe Gjallarhorn uralte skandinavische Musik neu interpretierte. Erstmals hörte er den sogenannten «Kulning» – Kuhruf –, der ihn an den Alpsegen und Schweizer Volksmelodien erinnerte. Damals entstand die Idee, ein Konzertprogramm zu entwickeln, wo die nordische Stimme dem Alphorn im Kontext eines klassischen Streichorchesters begegnet.

Grenzen der Musik ausloten

Und so gelingt es dem musikalischen Leiter mit dem Konzert «Alphorn & Nordic Winds» eine Brüche zwischen finnischer und Schweizer Musik zu spannen sowie diese gleichzeitig mit Klassik, Folk und Jazz zu verbinden. Das ist ganz im Sinn des Kammerorchesters Paul Taylor Orchestra. Die Gründer – Paul Taylor, Sirkka Varonen und Daniel Treyer – möchten mit der Musik Brücken zwischen Kulturen und Musiksparten schlagen und damit die Grenzen zwischen Klassik und zeitgenössischer Musik ausloten.

Alphorn & Nordic Winds Konzert und CD-Taufe am Sonntag, 31. Mai um 15 Uhr im Singsaal des Stapfer Schulhauses in Brugg. Vorverkauf unter www.paultaylororchestra.ch/tickets oder unter der Telefonnummer: 056 223 44 56.