Ende April schloss das Café Fridolin in der Brugger Altstadt seine Türen, bald gehen sie wieder auf. Evelyne Fischer (37) und ihr Lebenspartner Alfonso Escobar (41) eröffnen das Café Fridolin am Samstag, 15. Dezember. Noch sind sie mitten in den Vorbereitungen für die Eröffnung, einiges ist bereits erledigt. Die Wände sind frisch gestrichen, die neuen Lampen montiert, die Stühle ausgetauscht. Erste Infos werden heute Freitag unter www.fridolin-arte.ch aufgeschaltet. Das Schaufenster ist noch zugeklebt, doch bald finden sich dort weitere Hinweise zur Eröffnung.

Am Anfang werde es vor allem ein Ausprobieren sein, sagt Evelyne Fischer. Sie und Alfonso Escobar haben viele Ideen und wollen nach und nach schauen, was möglich ist. Dabei sind sie auf die Resonanz der Gäste angewiesen. Sie wollen sich nach deren Bedürfnissen richten, etwa bezüglich Öffnungszeiten. Diese haben sie vorläufig so festgelegt, dass das Café Fridolin am Sonntag und Montag geschlossen ist. Am Dienstag und Mittwoch wird das Café ab 9 Uhr bis in den Nachmittag hinein geöffnet sein. Am Donnerstag wird bis um 20 Uhr Betrieb sein, am Freitag und Samstag sogar bis um 22 Uhr. Entsprechend wird an diesen Tagen später geöffnet.

Tapas zum Znacht

Angeboten wird am Morgen ein kleines Frühstück, am Mittag gibt es verschiedene Suppen, Salate und Pinchos, eine kleine spanische Spezialität. Am Nachmittag gibt es Kuchen und andere Desserts und am Abend schliesslich stehen Tapas und spanische Rotweine auf der Speisekarte. Fischer und Escobar führen das Café allein, sie haben keine weiteren Angestellten. Im Café wird Escobar hauptsächlich für die Küche zuständig sein, während Fischer die Gäste bedient und das Administrative erledigt.

Alfonso Escobar, der chilenisch-spanischer Doppelbürger ist, hat Gastronomieerfahrung. Er wuchs in Chile auf, lebte viele Jahre in Barcelona und kam vor drei Jahren wegen eines Jobangebots in die Schweiz. Seitdem hat er in verschiedenen Restaurants in der Küche gearbeitet. Evelyne Fischer hingegen hat keine Erfahrung in der Gastrobranche. Sie machte zuerst das KV, studierte dann soziokulturelle Animation und liess sich vor kurzem zur Theaterpädagogin in Heidelberg (D) ausbilden. Sie reiste viel, unter anderem insgesamt zwei Jahre durch Südamerika und lebte auch eine Zeit lang in Barcelona. Kennen gelernt haben sich die beiden aber nicht in Spanien oder Chile, sondern vor 1½ Jahren an einem Fest in Zürich.

Schnell merkten die beiden, dass sie die gleiche Idee, sich selbstständig zu machen, mit sich herumtragen. Bald stand fest, dass sie gemeinsam ein Café eröffnen wollen. Auf der Suche nach einem geeigneten Lokal suchten sie auch in Barcelona, doch Fischer war die Stadt zu gross. «Ich bin Brugg-bezogen, deswegen hielt ich auch nach einem Lokal hier Ausschau.» Dann wurde das Café Fridolin frei, doch bald war wieder eine Betreiberin gefunden, also hielten Fischer und Escobar weiter die Augen offen. Nach nicht allzu langer Zeit kam ihnen zu Ohren, das «Fridolin» sei wieder zu haben. «Das war für uns wie ein Zeichen, dass dies der richtige Ort für uns ist. Wir wohnen nur fünf Minuten entfernt und uns gefällt die Altstadt, das passt perfekt», erzählt Fischer.

Viele Ideen für die Zukunft

Die beiden wollen ein Café führen, in dem alle willkommen sind. «Wir haben Menschen gerne», sagt Fischer und Escobar ergänzt: «Die Gäste sollen sich bei uns zu Hause fühlen.» Sie wollen dem Motto des Cafés «el arte de la vida», zu Deutsch: «die Kunst des Lebens», gerecht werden. Ein grosses Anliegen ist es ihnen, im «Fridolin» eine Bühne aufzubauen, auf der kleine Konzerte oder Lesungen stattfinden können. Die beiden sind auch offen für andere Künstler. So könnten sie sich vorstellen, im Café eine Ausstellung durchzuführen. «Doch das ist alles noch Zukunftsmusik», sagt Fischer.

Zuerst feiern sie am Samstag, 15. Dezember, die Eröffnung ihres Cafés. An diesem Tag präsentieren sie auch das Altstadt-Adventsfenster, zum Thema «Weihnachtswünsche». Fischer und Escobar wünschen sich vor allem eins: dass ihr Café zum Treffpunkt wird. Sie wollen, dass die Leute sagen: «Komm, wir gehen ins ‹Fridolin›!»