Ist der Gemeinderat Windisch bald in den Händen der SP? Und das unter der Führung von SVP-Gemeindeammann Heidi Ammon? Dies könnte jedenfalls passieren, wenn an der Ersatzwahl am 22. November ein Sozialdemokrat das absolute Mehr auf Anhieb erreicht. Das Kandidaten-Karussell dreht weiterhin. Doch offizielle Anwärter sind bisher noch nicht in Sicht. Aktuell sind die fünf Sitze in der Exekutive wie folgt verteilt: 2 SP, 1 FDP, 1 SVP und 1 CVP.

Dass der frei werdende Gemeinderatssitz von Heinz Wipfli grundsätzlich wieder der CVP zusteht, ist gemäss Fraktionspräsident Paul Bitschnau für die SP unbestritten. Falls die Mittepartei aber auf der Suche nach einer geeigneten Kandidatur erfolglos bleibt oder sie keine andere Kandidatur ausdrücklich unterstützt, werde die SP gerne in ihren Reihen geeignete Kandidatinnen oder Kandidaten suchen, so Bitschnau.

Anmeldeschluss für offizielle Kandidaten ist Freitag, 9. Oktober um 12 Uhr. Solange will die SP aber nicht mehr warten, wie der Fraktionspräsident betont: «Nach der Meldung in der az, dass die CVP bisher keine Kandidaten gefunden hat, haben wir uns über allfällige Kandidaten und Kandidatinnen der SP Gedanken gemacht. Zudem wurden Sondierungsgespräche geführt.»

Die SP verfügt momentan über die grösste Fraktion im Einwohnerrat Windisch. Ein dritter SP-Gemeinderatssitz entspreche zwar nicht dem Wähleranteil, erklärt Bitschnau. Die SP fühle sich aber dennoch dem Wohl der Gemeinde verpflichtet. Und weiter: Für Windisch sei es von grosser Wichtigkeit, dass im Gemeinderat vor allem kompetente, engagierte Personen Einsitz nehmen, die gerne und gut in einem Team zusammenarbeiten.

SP nimmt Kandidaten unter Lupe

Und was macht die SP, wenn EVP, FDP oder SVP einen Gemeinderatskandidaten vorschlagen? Bitschnau lässt sich zu diesem Thema nicht auf die Äste hinaus: «Das hängt dann davon ab, wer es ist und ob diese Person für uns wählbar ist.» Das neue Gemeinderatsmitglied müsse sich schnell in komplexe Sachverhalte einlesen und richtige Fragen stellen können, um so eine grosse Dossiersicherheit zu erlangen.

Der Kandidat oder die Kandidatin sollte aus Sicht der SP politische Erfahrung mitbringen oder zumindest die Bereitschaft haben, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen. Weiter wird vom neuen Exekutiv-Mitglied zeitliches Engagement erwartet und die Bereitschaft, das Berufspensum zu reduzieren.

Parteien tauschen sich aus

Wird es allenfalls einen SP-Sprengkandidaten geben? Bitschnau will sich dazu nicht äussern, sondern zuerst die interfraktionelle Konferenz abwarten. Diese findet am Donnerstag mit allen Partei- und Fraktionspräsidenten von Windisch statt. Dabei gehe es primär um ein Update und den Austausch unter den Parteien, sagt CVP-Windisch-Präsidentin Susanne Keller-Graf.

Die CVP habe in der Zwischenzeit mehrere Gespräche mit potenziellen Kandidaten geführt. Keller gibt sich dieses Mal zuversichtlich, dass die Partei bis zum Anmeldeschluss am 9. Oktober eine Kandidatin oder einen Kandidaten für die Ersatzwahl nominieren kann.